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March 16, 2026

Einbruchhemmendes Glas P4A und P5A: Wann sich Sicherheitsverglasung lohnt

Sie überlegen, ob sich einbruchhemmendes Glas der Klassen P4A oder P5A für Ihre Fenster lohnt – und ob die Kosten den Sicherheitsgewinn wirklich rechtfertigen? Dann sollten Sie zuerst eine unbequeme Wahrheit kennen: P4A- und P5A-Glas ist streng genommen gar nicht „einbruchhemmend“, sondern durchwurfhemmend. Wann die Investition trotzdem sinnvoll ist, mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen und worauf es beim Schutz wirklich ankommt, klären wir hier – mit besonderem Blick auf große Glasflächen.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigste Klarstellung zuerst: P4A/P5A ist durchwurfhemmend, nicht einbruchsicher

Wer sich mit Sicherheitsglas beschäftigt, stößt schnell auf die Klassen P1A bis P5A nach DIN EN 356. Das klingt nach Einbruchschutz – ist es aber nur zum Teil. Diese sogenannten A-Klassen sind durchwurfhemmend: Sie halten geworfenen Steinen und Flaschen stand und schützen vor Vandalismus. Geprüft wird mit einem Stahlkugel-Fallversuch, bei dem eine rund 4 Kilogramm schwere Kugel aus großer Höhe auf die Scheibe fällt, ohne sie zu durchschlagen.

Gegen einen entschlossenen Einbrecher mit Werkzeug ist das nur bedingt hilfreich. Wer gezielt mit Hammer, Axt oder Beil einschlägt, kann selbst gutes A-Glas in relativ kurzer Zeit überwinden. Für den echten Durchbruchschutz gibt es eine eigene Kategorie – die B-Klassen (P6B bis P8B). Merken Sie sich also: durchwurfhemmend heißt nicht einbruchhemmend. Wer verspricht, eine Scheibe sei „einbruchsicher“, übertreibt.

P4A oder P5A – welchen Unterschied macht die Klasse?

Der Unterschied ist rein mechanisch: P4A muss dem Kugelfall dreimal standhalten, P5A neunmal (drei Serien zu je drei Würfen) aus jeweils rund 9 Metern Höhe. Einen zusätzlichen Werkzeug- oder Schraubendrehertest gibt es in beiden A-Klassen nicht – den Widerstand gegen Werkzeug bewerten erst die B-Klassen beziehungsweise die geprüfte RC-Widerstandszeit am gesamten Fenster.

Für ein Privathaus ist der Sprung von P4A auf P5A daher selten ausschlaggebend. Deutlich wichtiger ist ein anderer Punkt: P4A ist die Verglasung, die für die Fenster-Widerstandsklasse RC2 vorgeschrieben ist. Damit ist P4A für die meisten Eigenheime der praktisch relevante Standard – nicht, weil P5A schlecht wäre, sondern weil sich der Schutz eines Fensters ohnehin nicht am Glas allein entscheidet.

Warum das Glas allein Sie kaum schützt

Die entscheidende Zahl: Nach Angaben der polizeilichen Kriminalprävention hebeln rund 80 Prozent aller Einbrecher das Fenster oder die Tür auf – sie schlagen die Scheibe gar nicht ein. Ein Schraubendreher am Rahmen genügt oft in Sekunden, wenn die Beschläge nichts taugen. Teures Sicherheitsglas in einem Fenster mit einfachen Rollzapfen ist deshalb weitgehend verschenktes Geld.

Sicherheit entsteht erst im Zusammenspiel. Die Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 (RC1 N bis RC6) bewerten das gesamte Fenster. Ein RC2-Fenster kombiniert:

  • Pilzkopfverriegelungen mit stabilen Sicherheits-Schließblechen, die das Aufhebeln verhindern

  • einen abschließbaren Fenstergriff

  • die durchwurfhemmende P4A-Verglasung

  • eine fachgerechte Montage, die die Kräfte sicher ins Mauerwerk ableitet

Erst dieses Paket erreicht die geprüfte Widerstandszeit. Das Glas ist nur ein Baustein davon.

RC2 oder RC2 N – und lohnt gleich RC3?

Hier lohnt genaues Hinsehen, denn diese Wahl entscheidet über Ihr Budget. RC2 N hat dieselben Sicherheitsbeschläge wie RC2, aber keine Anforderung an das Glas. Die Scheibe ist damit die Schwachstelle. RC2 verlangt dagegen P4A. Die geprüfte Widerstandszeit ist bei beiden gleich (mindestens 3 Minuten gegen einfache Werkzeuge) – der Unterschied liegt allein in der Verglasung. Für Fenster in Griffhöhe ist der Aufpreis auf echtes RC2 mit P4A meist gut angelegt; RC2 N kann dort sinnvoll sein, wo die Scheibe schwer erreichbar ist.

RC3 fordert mindestens 5 Minuten Widerstand und schwereres Werkzeug. Die polizeiliche Beratungsstelle empfiehlt für Privathäuser grundsätzlich RC2. Die Praxisregel lautet: lieber RC2 flächendeckend an allen erreichbaren Öffnungen als RC3 nur punktuell an einer Stelle. Ein großer Teil der Einbrüche scheitert schlicht daran, dass den Tätern die Zeit davonläuft – und drei Minuten Widerstand reichen dafür in vielen Fällen aus.

Was P4A-Verglasung und RC2-Fenster kosten – realistische Richtwerte

Alle folgenden Zahlen sind Orientierungswerte, keine Festpreise. Der tatsächliche Preis hängt stark von Größe, Rahmen, Verglasung, Beschlag und Region ab.

PositionRichtwert
P4A-Glas-Mehrpreis im neuen Fensterca. 80–200 EUR/m²
RC2-Paketaufpreis vs. Standardfensterca. 10–15 %
Aufhebelschutz-Nachrüstung (Beschläge/Sperren nach DIN 18104-1/-2), EG ca. 12 Fensterca. 2.000–3.500 EUR
Montage (separat)ca. 100–250 EUR/Fenster

Wichtig zur Einordnung der dritten Zeile: Eine solche Nachrüstung mit aufgeschraubten Sicherungen nach DIN 18104-1/-2 verbessert den Aufhebelschutz an vorhandenen Fenstern – sie ergibt aber kein zertifiziertes RC2 und damit auch keinen RC-Nachweis für die Versicherung. Wer geprüftes RC2 will, kommt am Gesamtbauteil, also am neuen Fenster, nicht vorbei.

Ein wichtiger Punkt, der den Aufpreis fürs Glas relativiert: P4A ist immer Verbund-Sicherheitsglas (VSG) – zwei Scheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen. Sie zahlen also nicht nur für Sicherheit, sondern erhalten zugleich besseren Schallschutz, nahezu vollständigen UV-Schutz und Verletzungsschutz, weil die Scheibe bei Bruch nicht splittert, sondern zusammenhält. Weil dieser Aufschlag gleich in mehrere Vorteile fließt, fällt er oft überschaubarer aus, als viele befürchten.

Zur Einordnung: Ein neues Kunststofffenster liegt als Richtwert bei etwa 350–900 EUR, Aluminium bei rund 900–2.000 EUR und mehr, große Elemente wie Hebe-Schiebe-Türen ab etwa 2.500 EUR. Solche Fensterpreise sind die Ausgangsbasis, auf die der RC2-Aufschlag noch kommt – Zahlen am Beispiel eines konkreten Systems finden Sie in unserer Übersicht der Preise für Schüco-Fenster.

Wo sich die Investition lohnt – besonders bei großen Glasflächen

Sie müssen selten das ganze Haus aufrüsten. Sinnvoll ist einbruchhemmender Schutz dort, wo Täter leicht hinkommen:

  • alle Erdgeschoss-Fenster und Kellerfenster

  • Terrassen- und Balkontüren – ein klassischer Schwachpunkt

  • Fenster hinter Anbauten, Garagen, Vordächern oder Mülltonnen, die als „Aufstieg“ dienen

Ein Fenster im zweiten Obergeschoss ohne Vordach oder Anleitermöglichkeit braucht dagegen selten RC2. Umgekehrt gilt: Eine große, bodentiefe Glasfläche im Erdgeschoss ist die am leichtesten erreichbare Angriffsfläche des ganzen Hauses – hier lohnt der Aufpreis am meisten. Gerade bei einem raumhohen Panoramafenster oder einer Hebe-Schiebe-Tür sollte RC2 mit P4A deshalb Standard sein. Wichtig zu wissen: Geprüftes RC2/P4A ist auch in solchen großen Formaten machbar – was nicht jeder Hersteller liefern kann.

Ein häufiges Bedenken bei großen Elementen betrifft die Optik. Hier können Sie beruhigt sein: P4A ist optisch klar, nur unwesentlich dicker und schwerer und beeinträchtigt Transparenz und Lichteinfall nicht sichtbar. Sie bekommen also Sicherheit ohne ästhetische Kompromisse.

Nachrüsten: Glastausch, neues Fenster oder Folie?

Ein reiner Austausch der Scheibe gegen P4A ist technisch möglich – als Richtwert liegt ein kompletter Scheibentausch inklusive Aus- und Einbau bei etwa 120–250 EUR/m² und damit über dem reinen Glas-Mehrpreis im Neufenster. Er löst aber das Kernproblem nicht: Ohne Pilzkopfbeschläge bleibt das Aufhebeln leicht. Wer wirklich Schutz will, sollte Beschlag und Glas gemeinsam denken – oft ist ein neues, geprüftes RC2-Fenster die sauberere Lösung.

Von aufgeklebten „Sicherheitsfolien“ als günstigem Ersatz für P4A raten wir ab: Ihre Wirkung hängt stark von Untergrund und Verklebung ab, sie ist nicht gleichwertig mit geprüftem Glas und ändert nichts an der eigentlichen Schwachstelle, dem Aufhebeln. Wenn Sie neu planen, führt der Weg über geprüfte Fenster nach Maß, bei denen Beschlag, Glas und Rahmen als System zertifiziert sind.

Förderung und Versicherung – der ehrliche Stand

Hier räumen wir mit einem Missverständnis auf: Den früheren reinen KfW-Zuschuss speziell für Einbruchschutz (Programm 455-E) gibt es seit 2023 nicht mehr. Aktuell bleibt für den Einbruchschutz im Wesentlichen der KfW-Kredit 159 („Altersgerecht Umbauen“). Eine Förderung fürs Fenster über die BEG (BAFA) gibt es nur im Rahmen einer energetischen Sanierung – und nur, wenn das Fenster den Wert Uw ≤ 0,95 W/(m²K) erreicht, was Dreifachverglasung voraussetzt. Der Antrag muss immer vor Auftragsvergabe gestellt werden. Einbruchschutz allein ist also kein Fördergrund.

Interessanter ist oft die Versicherung: Manche Anbieter gewähren für nachweislich einbruchhemmende Fenster einen Prämienrabatt, und einzelne Policen fordern für das Erdgeschoss sogar RC2 mit P4A. Ein Blick in Ihre Hausrat- und Wohngebäudeversicherung lohnt sich vor der Entscheidung.

Was am Ende wirklich schützt: die Montage

Die beste Widerstandsklasse nützt nichts, wenn das Fenster schlecht eingebaut ist – ein RC2-Fenster, das nur mit losem Montageschaum befestigt ist, ist so sicher wie ein Standardfenster.

Damit die geprüfte Widerstandsklasse in Ihrer Wand tatsächlich wirkt, muss der Einbau die Kräfte fachgerecht ins Mauerwerk übertragen – nach den anerkannten Regeln der RAL-Montage. Entscheidend ist deshalb, dass Verglasung, Beschlag und Montage aus einer Hand kommen: So haben Sie im Reklamationsfall einen klaren Ansprechpartner. Bei DBFenster gehören daher Premium-Markensysteme aus Polen und die eigene deutsche Montage selbstverständlich zusammen.

Der beste nächste Schritt ist einfach und unaufgeregt: Prüfen Sie zuerst Ihre erreichbaren Erdgeschoss-Fenster, Keller und Terrassentüren – und planen Sie Glas, Beschlag und Montage von Anfang an als ein System. Genau dann ist der Aufpreis für ein einbruchhemmendes RC2-Fenster mit P4A wirklich gut angelegt.

Häufig gestellte Fragen

Ist P4A- oder P5A-Glas wirklich einbruchsicher oder nur durchwurfhemmend?

P4A- und P5A-Glas nach DIN EN 356 ist offiziell durchwurfhemmend, nicht einbruchhemmend. Es hält geworfenen Steinen und Flaschen stand und schützt vor Vandalismus, geprüft im Stahlkugel-Fallversuch (P4A drei, P5A neun Würfe). Gegen gezielte Schläge mit Hammer oder Axt bietet es allein nur begrenzten Schutz. Echten Einbruchschutz erreichen Sie erst mit einem geprüften RC2-Fenster, in dem P4A mit Pilzkopfverriegelung, abschließbarem Griff und fachgerechter Montage zusammenwirkt. Das Glas ist ein Baustein – kein Rundumschutz.

Für die meisten Privathäuser reicht RC2 mit P4A – das empfiehlt auch die polizeiliche Beratungsstelle. RC2 leistet mindestens 3 Minuten Widerstand, RC3 mindestens 5 Minuten gegen schwereres Werkzeug. Da viele Einbrüche schon an der Zeit scheitern, sind drei Minuten oft entscheidend. Sinnvoller als teures RC3 an einzelnen Stellen ist meist RC2 flächendeckend an allen leicht erreichbaren Fenstern und Terrassentüren. RC3 lohnt eher bei besonders exponierten oder schutzbedürftigen Objekten.

Für den Einbruchschutz allein kaum noch: Der frühere KfW-Zuschuss 455-E wurde 2023 eingestellt. Aktuell bleibt im Wesentlichen der KfW-Kredit 159. Eine Fensterförderung über die BEG (BAFA) gibt es nur im Rahmen einer energetischen Sanierung und nur bei Uw ≤ 0,95 W/(m²K) (Dreifachverglasung), mit bis zu 20 Prozent Zuschuss und Antrag zwingend vor Auftragsvergabe. Prüfen Sie stattdessen Ihre Versicherung – manche Policen gewähren für RC2-Fenster einen Prämienrabatt oder fordern sie sogar.

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