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July 1, 2026

ZIP-Screen oder Raffstore vor der großen Glasfläche? Zwei Systeme, zwei Philosophien

Vor einer breiten Hebeschiebetür stellt sich früher oder später dieselbe Frage: ZIP-Screen oder Raffstore? Beide sitzen außen, beide halten die Sonnenwärme vor der Scheibe – und trotzdem verhalten sie sich im Alltag völlig unterschiedlich. Der Screen behält den Ausblick, der Raffstore lenkt Licht und dunkelt ab. Das ist keine Qualitätsfrage, sondern eine Nutzungsfrage. Beim Thema Wind lohnt ein zweiter Blick, denn dort vergleichen viele Prospekte Zahlen, die gar nicht vergleichbar sind: ZIP-Screens werden nach EN 13561 klassifiziert, Raffstoren tragen nach EN 13659 dagegen meist nur Windklasse 0 – weil die Prüfnorm für sie untauglich ist, nicht weil sie windschwach wären. Dieser Beitrag ordnet beide Systeme technisch ein: Windwerte richtig lesen, Lichtlenkung, sommerlicher Wärmeschutz und der Detailpunkt, der bei Schiebetüren am häufigsten schiefgeht – die Führungsschiene im Bodenbereich.

Inhaltsverzeichnis

Im Kern gilt: Blick nach draußen oder Licht steuern?

Wenn Sie vor der Hebeschiebetür den Blick in den Garten behalten wollen, ist der ZIP-Screen die passendere Wahl. Wenn Sie Tageslicht gezielt lenken, den Raum stufenlos abdunkeln und im Winter die Sonne bewusst hereinlassen wollen, ist der Raffstore im Vorteil. Beides sind außenliegende Systeme, beide halten die Wärme vor der Scheibe – der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern in der Nutzung.

Und wenn die Fläche windexponiert liegt? Dann entscheidet – anders als oft behauptet – nicht der Systemtyp, sondern der für Ihr Maß und Ihre Führungsart angegebene Windwert. Ein Raffstore mit seitlich geschlossenen Führungsschienen steht einem Screen dabei kaum nach; deutlich wird der Vorsprung des Screens vor allem gegenüber Raffstoren mit Seilführung. Warum das so ist und warum die Klassenzahlen in den Prospekten hier in die Irre führen, steht weiter unten.

Ein ZIP-Screen ist ein Textilgewebe, das seitlich in einem Reißverschluss-Profil (englisch zipper) geführt wird. Ein Raffstore ist ein Paket aus Aluminiumlamellen, die sich nicht nur hoch- und runterfahren, sondern auch kippen lassen. Aus diesen zwei Bauarten folgt alles Weitere: Windverhalten, Sicht, Verdunkelung, Reinigung und der Detailpunkt, der bei Schiebetüren am häufigsten unterschätzt wird – die Führungsschiene im Bodenbereich.

Zwei Bauarten, zwei Wirkprinzipien

Der ZIP-Screen arbeitet als geschlossene Fläche. Das Gewebe wird oben aus einer Kassette abgerollt und läuft in den seitlichen Schienen so, dass es nicht ausrasten kann. Es gibt keine beweglichen Einzelteile in der Fläche, nichts klappert, und die Behangfläche bleibt auch bei Böen straff. Wie viel Sie hindurchsehen, entscheidet der Öffnungsfaktor des Gewebes: ein sehr offenes Gewebe lässt viel Restsicht und Restlicht durch, ein dichtes Gewebe kaum noch. Die Sicht ist dabei immer gerichtet – von innen nach draußen funktioniert sie tagsüber gut, nachts kehrt sich der Effekt bei eingeschaltetem Licht um.

Der Raffstore arbeitet als Lamellenfeld. Sie können ihn vollständig hochfahren, komplett herunterfahren und – das ist der eigentliche Punkt – die Lamellen dazwischen in jedem Winkel stellen. Damit lenken Sie Licht an die Decke, während der direkte Blendbereich abgeschattet bleibt. Der Raum wirkt hell, aber nicht überhitzt. Vollständig geschlossene Lamellen kommen einer echten Verdunkelung nahe, ohne sie in jedem Fall zu erreichen: Restlicht dringt an den Lamellenkanten und seitlich an der Führung ein.

Wichtig für alles Weitere: Raffstoren gibt es in sehr unterschiedlichen Führungsarten – mit seitlich geschlossenen Führungsschienen, mit offenen Schienen oder nur mit Seilführung. Dieser Unterschied ist beim Wind größer als der Unterschied zwischen den beiden Systemfamilien.

Wind: hier vergleichen die meisten Prospekte Äpfel mit Birnen

Vor großen Glasflächen ist Wind das entscheidende technische Kriterium – nicht der Preis. Beide Systeme werden windtechnisch eingeordnet, aber sie werden es nicht auf vergleichbare Weise. Wer das nicht weiß, vergleicht Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.

ZIP-Screens werden je nach Produktbereich nach der einschlägigen Produktnorm klassifiziert. Windklasse, Prüfdruck und zulässige Einsatzgrenze sind unterschiedliche Angaben und dürfen nicht pauschal in km/h umgerechnet werden. Maßgeblich sind Leistungserklärung, Größenfreigabe und Betriebsanleitung des konkreten Systems.

Beim Raffstore führt dieselbe Frage zu einer Besonderheit, die man kennen muss: Weil das Prüfverfahren nach DIN EN 1932 für Raffstoren mechanisch nicht praxistauglich ist, wird in der Leistungserklärung nach EN 13659 (Abschlüsse und Außenjalousien) in der Regel Windklasse 0 deklariert. Das ist kein Mangel des Produkts, sondern eine Lücke der Prüfnorm – eine Revision ist angekündigt. Maßgeblich sind beim Raffstore stattdessen die vom Hersteller angegebenen Windgrenzwerte in Beaufort beziehungsweise km/h nach der Technischen Richtlinie der Branche (ift-Anwendungsempfehlung). Wer beim Raffstore-Anbieter nach einer Windwiderstandsklasse fragt, bekommt deshalb häufig eine 0 zurück – und die sagt über die tatsächliche Belastbarkeit nichts aus.

Praktisch heißt das: Verlangen Sie beim Screen die Windwiderstandsklasse für Ihr konkretes Maß, beim Raffstore den Windgrenzwert für Ihre Breite, Ihre Lamelle und Ihre Führungsart. Zwei Dinge gelten dabei für beide Systeme:

  • Der Wert gilt immer für eine konkrete maximale Breite und Höhe. Dasselbe System kann bei 2 m Breite einen deutlich höheren Wert erreichen als bei 4 m. Auch Art und Anzahl der Befestigungen sowie der Untergrund gehen ein – Windfestigkeit ist keine Eigenschaft des Produktnamens.
  • Die deklarierten Eigenschaften stehen in der Leistungserklärung (DoP) zum CE-Zeichen; den Windgrenzwert des Raffstores finden Sie zusätzlich im Datenblatt beziehungsweise in der Montage- und Betriebsanleitung des Herstellers. CE und DoP sind eine Erklärung deklarierter Eigenschaften, kein Gütesiegel und kein Premium-Nachweis – lassen Sie sich die Zahl für Ihre Maße geben, nicht für das Prospektmodell.

Und wer ist nun robuster? Systembedingt hat der Screen einen echten Vorteil: Das Gewebe ist beidseitig im Zipper-Profil verriegelt, kann bei Böen nicht ausfädeln, und die Last wird flächig in die Schienen abgetragen. Eindeutig ist dieser Vorteil aber vor allem gegenüber Raffstoren mit Seilführung oder offenen Führungsschienen – dort sinken die Herstellerangaben bei rund 4 m Breite teils auf etwa 28–48 km/h. Ein schienengeführter Raffstore kann je nach Größe, Lamelle und System hohe Herstellergrenzwerte erreichen. Ein direkter Vergleich ist nur möglich, wenn dieselbe Bezugsgröße und konkrete Elementabmessungen verwendet werden; eine Umrechnung verschiedener Klassifizierungen in gemeinsame km/h-Werte ist nicht belastbar.

Ein Wind- oder Wettersensor gehört übrigens zu beiden Systemen – auch ein Screen muss oberhalb seines Grenzwerts einfahren, und bei Klasse 3 ist diese Grenze mit rund 49 km/h schneller erreicht, als viele denken. Beim Raffstore, besonders bei Seilführung, ist der Sensor nur noch weniger verhandelbar. Er gehört bei beiden Systemen zur Anlage und nicht ins Zubehörregal.

Für den Alltag heißt das: An einer geschützten Loggia spielt der Unterschied kaum eine Rolle. An einer nach Westen offenen Terrassenfront mit 5 m Glas entscheidet nicht der Systemname, sondern die Führung und der Grenzwert für Ihr Maß – ein Sonnenschutz, der bei jedem Wind hochfährt, schattet nicht.

Licht, Blick und Verdunkelung

Hier ist die Rangfolge dagegen eindeutig. Der Raffstore ist das einzige der beiden Systeme, das Licht steuert statt nur reduziert. Sie können am Vormittag flach stellen, mittags schließen, nachmittags wieder öffnen – ohne die Fläche zu bewegen. Das ist bei Arbeitsplätzen am Fenster und bei Räumen mit tiefem Grundriss ein spürbarer Komfortgewinn.

Der ZIP-Screen kennt diese Zwischenstufen nicht. Er ist unten oder oben – oder auf halber Höhe, was optisch selten überzeugt. Dafür kann er etwas, das der Raffstore nicht kann: abschatten und trotzdem den Ausblick erhalten. Wer eine Panoramafläche gerade deshalb eingebaut hat, um sie anzusehen, empfindet ein geschlossenes Lamellenfeld oft als Rückschritt. Wenn Sie noch am Anfang stehen und die Verglasung selbst planen, lohnt es sich, den Sonnenschutz gleich mitzudenken – die Zusammenhänge zwischen Scheibenaufbau, Fläche und Verschattung haben wir bei den Grundlagen zu Panoramafenstern beschrieben.

Zum Thema Verdunkelung eine nüchterne Einordnung: Für einen echten Blackout im Schlafzimmer ist keines der beiden Systeme das erste Mittel. Ein Rollladen mit dichtem Panzer und geschlossenen Endlagen kommt näher heran. Raffstore und dichter Screen kommen auf „deutlich dunkel“, nicht auf „stockdunkel“ – erwarten Sie das nicht, sonst ist die Enttäuschung eingebaut.

Sommerlicher Wärmeschutz: warum außen liegen entscheidet

Beide Systeme lösen dasselbe physikalische Problem richtig: Sie halten die Strahlung vor der Scheibe ab – ob stattdessen ein Sonnenschutzglas am neuen Fenster reicht, ist eine eigene Abwägung. Ein innenliegender Behang bremst die Wärme erst, wenn sie schon im Raum ist. Rechnerisch wird das über den Abminderungsfaktor Fc abgebildet (Grundlage: DIN 4108-2, Tabelle der Fc-Werte). Außenliegende Systeme erreichen deutlich niedrigere – also bessere – Fc-Werte als innenliegende, und genau darin liegt der gemeinsame Vorteil von Screen und Raffstore.

Konkrete Fc-Werte sollten Sie nicht aus einem Blogartikel übernehmen, auch nicht aus diesem. Sie hängen vom Gewebe, von der Lamellenstellung, von der Hinterlüftung und vom Glas dahinter ab und stehen im Datenblatt des jeweiligen Produkts beziehungsweise in der Tabelle der Norm. Für einen Nachweis nach GEG ist ohnehin die Angabe zum konkret verbauten Produkt maßgeblich, nicht ein Erfahrungswert. Stand: 17. Juli 2026.

Der Sonderfall Hebeschiebetür: die Schiene ist das Detail

An Fenstern ist die Entscheidung eine Geschmacksfrage. An einer Hebeschiebetür wird sie zur Bauaufgabe, weil beide Systeme in der windfesten Ausführung seitliche Führungsschienen bis nach unten brauchen – und die stehen genau dort, wo Sie gehen. Genau hier zahlt sich die Erkenntnis von oben aus: Der Raffstore ohne geschlossene Führung spart Ihnen die Schiene, kostet Sie aber einen großen Teil der Windfestigkeit.

Diese Punkte klären Sie besser vor der Bestellung als danach:

  • Schwelle und Barrierefreiheit: Eine bodentiefe, möglichst schwellenarme Tür verliert ihren Sinn, wenn davor eine aufgesetzte Schiene mit Kante sitzt. Die Lage der Schienen gehört in die Planung, nicht in die Montage.
  • Vorbau oder Sturzeinbau: Wird die Kassette vorgesetzt, sitzt sie sichtbar vor der Fassade. Wird sie in den Sturz oder in einen Rollladenkasten integriert, muss das vor dem Rohbau feststehen.
  • Fuge und Dichtebene: Wo eine Schiene an der Laibung verschraubt wird, darf die Anschlussfuge des Fensters nicht beschädigt oder unzugänglich werden. Der ift/RAL-Montageleitfaden ist keine Norm, sondern gibt die anerkannten Regeln der Technik wieder – er verlangt eine geplante Anschlussausbildung, und die verträgt keine nachträglich durchbohrte Dichtebene.
  • Reinigung und Zugang: Bei einer 5 m breiten Front müssen Sie an die Scheibe herankommen. Prüfen Sie, ob der Behang dabei im Weg ist.
  • Strom und Steuerung: Beide Systeme sind praktisch immer motorisiert, und für beide ist das vom Hersteller geforderte Windschutzkonzept zu planen. Die 230-V-Leitung zum Sturz und die Sensorleitung müssen im Elektroplan stehen – nachträglich wird es sichtbar oder teuer.

Direkter Vergleich

KriteriumZIP-ScreenRaffstore
BehangTextilgewebe, seitlich im Zipper verriegeltAluminiumlamellen, kippbar
WindangabeWindwiderstandsklasse nach EN 13561; Skala endet bei Klasse 3 (rund 49 km/h), immer maßabhängigWindgrenzwert in bft/km/h nach Technischer Richtlinie; EN-13659-Klasse i.d.R. 0 (Prüfnorm untauglich)
Windverhalten in der PraxisGewebe kann nicht ausfädeln; kann stabiler sein, als die Klasse ausdrücktmit geschlossener Führung herstellerabhängig ca. 6–8 bft (48–72 km/h); mit Seilführung deutlich weniger
Windsensorerforderlicherforderlich, bei Seilführung besonders
Ausblick bei geschlossenem Behangbleibt erhalten (je nach Öffnungsfaktor)nur bei geöffneten Lamellen, dann streifenweise
Lichtlenkungnein, nur auf/abja, stufenlos über den Lamellenwinkel
Abdunkelnje nach Gewebe stark, kein Blackoutstark, kein Blackout
Geräuschsehr leise, kein KlappernLamellen können bei Wind hörbar sein
Insektenschutzmit passendem Gewebe möglichnein
ReinigungFläche abwaschbar, Gewebe altertaufwendiger, Lamellen einzeln
Typische Eignungbreite Terrassenfronten, bei denen der Ausblick erhalten bleiben sollWohn- und Arbeitsräume mit Blendschutzbedarf

Kosten, Lebensdauer und die typischen Denkfehler

Belastbare Preisspannen lassen sich seriös nur zu einem konkreten Maß, einer konkreten Steuerung und einer konkreten Einbausituation nennen – eine 5 m breite Anlage vor einer Hebeschiebetür ist ein anderes Produkt als ein 1 m breiter Screen vor einem Badfenster. Als Größenordnung gilt: Beide Systeme liegen deutlich über einem innenliegenden Behang, und der Unterschied zwischen ihnen ist meist kleiner als der Unterschied zwischen „vorgesetzt am Fertigbau“ und „im Sturz integriert“. Wer die Systeme vergleicht, sollte deshalb Angebote mit identischem Maß, identischer Motorik, identischer Führungsart und identischer Montageart nebeneinanderlegen – alles andere vergleicht Äpfel mit Aufmaß.

Vier Denkfehler tauchen bei diesem Vergleich regelmäßig auf:

  • „Der Screen hält jeden Sturm.“ Nein. Auch er hat einen Grenzwert, und die Klassenskala der EN 13561 endet bei rund 49 km/h. Oberhalb seines Grenzwerts muss auch ein Screen einfahren.
  • „Windklasse 0 heißt, der Raffstore ist windschwach.“ Nein. Die 0 ist meist eine Folge der untauglichen Prüfnorm, nicht der Konstruktion. Fragen Sie nach dem Windgrenzwert in bft beziehungsweise km/h für Ihre Breite, Lamelle und Führungsart – das ist die Zahl, die etwas aussagt.
  • „Raffstore heißt Einbruchschutz.“ Nein. Widerstandsklassen nach EN 1627 gelten für das komplette geprüfte Bauteil inklusive Rahmen, Beschlag, Verglasung und fachgerechter Montage – ein davorhängender Sonnenschutz ist darin nicht enthalten und ersetzt ihn nicht.
  • „Das entscheiden wir am Ende.“ Die Führungsschiene, der Sturz und die 230-V-Leitung sind Rohbauthemen. Am Ende entscheiden Sie nur noch die Farbe.

DBFenster liefert und montiert Fenster, Türen und Tore und koordiniert den Sonnenschutz so, dass Schiene, Anschlussfuge und Schwelle zusammenpassen. Welche Systeme wir dabei beschaffen und verbauen, sehen Sie in der Übersicht unserer Produkte.

Fazit: eine Nutzungsfrage, keine Qualitätsfrage

Fragen Sie sich, was die Fläche leisten soll. Soll sie ein Bild bleiben, das Sie auch bei Sonne ansehen wollen? Dann Screen. Soll der Raum bei Sonne hell und blendfrei arbeitsfähig bleiben, und wollen Sie im Winter die Sonne dosiert hereinlassen? Dann Raffstore. Die Windfrage entscheidet dagegen keiner der beiden Systemnamen für Sie – sie entscheidet sich an der Führungsart und an der Zahl, die der Hersteller für Ihr konkretes Maß angibt. Und wenn beide Antworten „ja“ lauten – das kommt öfter vor, als man denkt –, dann ist die ehrlichste Lösung nicht ein Kompromissprodukt, sondern zwei Systeme an zwei verschiedenen Fassaden. Was Sie in keinem Fall tun sollten: die Entscheidung so lange schieben, bis die Laibung verputzt und der Sturz zu ist.

Häufig gestellte Fragen

Hält ein ZIP-Screen wirklich mehr Wind aus als ein Raffstore?
Pauschal nein – es kommt auf die Führungsart und das Maß an. Systembedingt hat der Screen einen Vorteil, weil das Gewebe beidseitig im Zipper-Profil verriegelt ist und nicht ausfädeln kann; eindeutig ist dieser Vorteil aber vor allem gegenüber Raffstoren mit Seilführung oder offenen Führungsschienen. Ein Raffstore mit seitlich geschlossenen Führungsschienen erreicht nach Herstellerangaben je nach Breite und Lamelle Windgrenzwerte von etwa 6 bis 8 bft (rund 48 bis 72 km/h) und liegt damit auf Augenhöhe. Beim Vergleich der Zahlen ist Vorsicht geboten: ZIP-Screens werden als Senkrechtmarkisen in der Regel nach EN 13561 klassifiziert, wo die Skala bei Klasse 3 (rund 49 km/h) endet – ein Screen kann also windstabiler sein, als seine Klasse ausdrückt. Raffstoren tragen in der Leistungserklärung nach EN 13659 dagegen meist Windklasse 0, weil das Prüfverfahren nach DIN EN 1932 für sie mechanisch nicht praxistauglich ist (eine Revision der Norm ist angekündigt); maßgeblich sind hier die Windgrenzwerte des Herstellers nach der Technischen Richtlinie. Verlangen Sie deshalb beim Screen die Windwiderstandsklasse für Ihr Maß und beim Raffstore den Windgrenzwert für Ihre Breite, Lamelle und Führungsart.
Beide Systeme kommen auf „deutlich dunkel“, aber nicht zuverlässig auf einen echten Blackout. Beim Raffstore dringt Restlicht an den Lamellenkanten und an der Führung ein, beim ZIP-Screen hängt es vom Öffnungsfaktor des Gewebes ab, und auch dichte Gewebe lassen an den Rändern Licht durch. Wenn vollständige Dunkelheit das Hauptziel ist, ist ein Rollladen mit dichtem Panzer und geschlossenen Endlagen das passendere Mittel.
Beide Systeme brauchen in der windfesten Ausführung seitliche Führungsschienen, die bis zum Boden laufen – genau dort, wo Sie gehen. Klären Sie vor der Bestellung, wo die Schienen sitzen, ob die schwellenarme Ausführung dadurch entwertet wird, ob die Kassette vorgesetzt oder in den Sturz integriert wird und wie die 230-V-Leitung sowie die Leitung für den Windsensor geführt werden – die erforderliche Windüberwachung ergibt sich für beide Systeme aus Produktunterlagen und Planung. Wichtig ist außerdem, dass die Befestigung der Schiene die Anschlussfuge des Fensters nicht beschädigt; der ift/RAL-Montageleitfaden verlangt eine geplante Anschlussausbildung. Diese Punkte gehören in den Rohbau, nicht in die Endmontage.

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