Die Einordnung vorweg: Wählen Sie eine C-Lamelle (z. B. C-80), wenn Sie Tageslicht nutzen und blendfrei nach draußen sehen wollen – typisch für Wohnzimmer, Küche, Homeoffice und Arbeitsräume. Wählen Sie eine Z-Lamelle (z. B. Z-90), wenn der Raum im geschlossenen Zustand möglichst dunkel werden soll – typisch für Schlaf- und Kinderzimmer. Der Unterschied ist rein geometrisch: Die C-Lamelle ist ein leicht gebogenes, offenes Profil, die Z-Lamelle hat abgekantete Ränder, die im geschlossenen Zustand ineinandergreifen. Dadurch bleibt zwischen den Z-Lamellen kein durchgehender Lichtspalt. Wichtig zu wissen: Auch eine Z-Lamelle macht aus dem Raffstore kein Verdunkelungssystem – Restlicht an Führungsschienen und Kasten bleibt systembedingt.
Die Bezeichnung besteht aus zwei Teilen. Der Buchstabe beschreibt das Querschnittsprofil der Lamelle: C steht für die gebogene, an den Rändern offene Form, Z für die Form mit umgekanteten Rändern, deren Querschnitt entfernt an ein Z erinnert. Die Zahl ist die Lamellenbreite in Millimetern. C-80 ist also eine C-förmige Lamelle mit 80 mm Breite, Z-90 eine Z-förmige mit 90 mm. Ein genormtes Kürzel ist das allerdings nicht – jeder Systemhersteller benennt seine Lamellen anders (etwa „80 S“, „92Z“ oder „Zetra“), und bei manchen Anbietern steht derselbe Code sogar für zwei Varianten, etwa eine flache und eine randgebördelte C-80. Entscheidend ist deshalb nicht der Code, sondern die Profilform, die im Angebot ausdrücklich benannt sein muss.
Die lieferbaren Breiten sind größer, als die beiden Beispielcodes vermuten lassen: C- und Flachlamellen gibt es je nach Hersteller etwa von 50 bis 100 mm, einzelne Systeme bieten Flachlamellen bis 150 mm an; Z-Lamellen vor allem in den größeren Breiten – verbreitet sind rund 73, 90 und 93 mm. Welche Größen tatsächlich lieferbar sind, legt der Systemhersteller fest, nicht der Monteur. Die Breite hat zwei praktische Folgen: Breitere Lamellen bedeuten bei gleicher Fensterhöhe weniger Lamellen. Entscheidend für das Paketmaß im hochgezogenen Zustand ist aber nicht nur die Breite, sondern die Profilform: Flache Lamellen bauen im Paket flacher als randgebördelte oder Z-Profile gleicher Breite – manche Hersteller empfehlen schmale Flachlamellen sogar ausdrücklich für Nachrüstungen mit engem Kasten. Deshalb gilt: Paketmaß immer aus dem Datenblatt des konkreten Systems, nie aus einer Faustregel. Das kann über die notwendige Kastenhöhe und damit über den freien Blick entscheiden. Umgekehrt wirken schmalere Lamellen filigraner und lenken das Licht in kleineren Stufen – lassen Sie sich die Zahl für Ihre konkrete Höhe nennen, statt sie zu schätzen.
Der Raffstore hängt an Leiterbändern oder Leiterkordeln. Wird der Behang gewendet, kippen alle Lamellen gleichzeitig. Am Ende der Wendebewegung liegt jede Lamelle auf der darunterliegenden auf – und genau hier trennen sich die beiden Formen.
Bei der C-Lamelle berühren sich zwei gebogene Bleche. Die Auflage ist eine Linie, keine Verzahnung. Fertigungstoleranzen, leichter Windversatz oder eine minimal ungleiche Wendung führen dazu, dass zwischen den Lamellen feine Lichtlinien sichtbar bleiben. Bei direkter Sonne auf die Fassade wird daraus ein deutlich wahrnehmbares Streifenmuster im Raum. Das ist bauartbedingt und in aller Regel kein Mangel – anders kann es liegen, wenn eine bestimmte Abdunkelung ausdrücklich als Beschaffenheit vereinbart wurde. Als Zwischenform bieten mehrere Hersteller randgebördelte C-Lamellen an: Die umgebogene Vorderkante mindert den Lichteinfall und das Klappern, ohne die feine Wendbarkeit ganz aufzugeben.
Bei der Z-Lamelle greift die abgekantete Oberkante der unteren Lamelle in die abgekantete Unterkante der oberen. Es entsteht eine Überlappung – der Weg für das Licht ist nicht mehr gerade, sondern muss um eine Kante herum. Das reduziert den Lichteintritt zwischen den Lamellen sehr stark. Das Lauf- und Windgeräusch hängt von Lamelle, Führung, Dichtungen, Maß, Wind und Montage ab. Eine Z-Geometrie allein garantiert keinen leiseren Behang.
Der Preis dafür: Die Z-Lamelle ist in der Wendung weniger fein dosierbar als eine C-Lamelle und lenkt Licht schlechter. Wer im Homeoffice die klassische Cut-off-Stellung sucht – Sonne draußen, indirektes Tageslicht an die Decke, Blick nach draußen erhalten – ist mit C besser bedient.
| Kriterium | C-Lamelle (z. B. C-80) | Z-Lamelle (z. B. Z-90) |
|---|---|---|
| Profil | gebogen, offene Ränder | abgekantet, Ränder greifen ineinander |
| Abdunkelung geschlossen | Reststreifen sichtbar, Raum bleibt dämmrig | deutlich dunkler, aber kein Blackout |
| Lichtlenkung / Cut-off-Stellung | Stärke des Systems | möglich, aber gröber |
| Durchsicht in Zwischenstellung | sehr gut | gut, wirkt massiver |
| Verhalten bei Wind | neigt eher zum Klappern; randgebördelte Varianten mindern das | ruhiger durch gegenseitige Führung |
| Optik | filigran, klassisch | geschlossener, flächiger |
| Typische Räume | Wohnen, Küche, Büro, Arbeitszimmer | Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer |
Die Tabelle beschreibt die grundsätzliche technische Einordnung der beiden Bauformen. Konkrete Werte – Paketmaß, maximale Behangfläche, zulässige Breite je Lamellentyp – hängen immer am konkreten System des Herstellers und gehören ins Angebot, nicht in eine Faustregel.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Enttäuschungen entstehen. Selbst mit sauber schließenden Z-Lamellen dringt Licht in den Raum – nur eben nicht mehr zwischen den Lamellen, sondern an drei anderen Stellen:
Zwischen komplettem Verzicht und Blackout gibt es allerdings eine Zwischenstufe: dedizierte Abdunkelungs-Raffstoren mit Lichtschutzprofilen bzw. seitlicher Abdichtung in der Führungsschiene und einem Keder (Dichtprofil) in der Lamellenvorderkante. Sie reduzieren das Restlicht deutlich – lichtdicht werden auch sie nicht, und die Hersteller selbst sprechen nur von „nahezu“ vollständiger Abdunkelung. Wenn Dunkelheit Ihr Hauptziel ist, fragen Sie im Angebot ausdrücklich nach dieser Variante statt nach einem Standard-Z-Behang.
Wer echte Dunkelheit braucht – Schichtdienst, Säugling, Heimkino –, sollte das dennoch nicht allein vom Raffstore erwarten. Realistischer sind dann eine zusätzliche innenliegende Verdunkelung oder, je nach Fassade und Wunsch, ein Rollladen mit ungelochtem Panzer. Dass ein Raffstore Restlicht durchlässt, ist eine Systemeigenschaft und für sich genommen normalerweise kein Reklamationsgrund – entscheidend ist, was im Vertrag als Eigenschaft zugesagt wurde. Genau deshalb gehört diese Erwartung vor die Bestellung, nicht danach.
Ein zweiter Punkt, den man im Angebot klären sollte: Wie sind die Aufzugsbänder geführt? Manche Systeme führen sie durch Lochungen in der Lamelle – dann sind bei Gegenlicht feine Lichtpunkte sichtbar. Andere verlegen den Aufzug in die Führungsschiene oder führen die Bänder außerhalb der Lamellenfläche, sodass die Lochung entfällt. Fragen Sie danach ausdrücklich, wenn Abdunkelung Ihr Hauptziel ist.
Der Raffstore ist ein außenliegender Sonnenschutz und damit dem Wetter ausgesetzt. Die Windbeständigkeit ist für das komplette System und die konkrete Größe zu beurteilen. Bei Raffstoren werden neben deklarierten Eigenschaften häufig herstellerspezifische Einsatzgrenzen verwendet; ein Lamellenprofil allein hat weder eine belastbare Klasse noch einen allgemeinen Windgrenzwert.
Praktisch relevant ist der Unterschied zwischen Seilführung und Schienenführung. Die Seilführung ist schlanker und optisch zurückhaltender, die Schienenführung nimmt höhere Windlasten auf und führt den Behang präziser – was der Abdunkelung zugutekommt, weil der seitliche Spalt definierter bleibt. Bei exponierten Lagen, großen Höhen oder breiten Elementen führt an der Schienenführung meist kein Weg vorbei.
Unabhängig von C oder Z gilt: Ein Windwächter ist bei motorisch betriebenen Raffstoren keine Komfortausstattung, sondern der Schutz der Anlage. Und ein einzelner Sensor auf der windabgewandten Seite schützt die Luvseite nicht. Welche Behang- und Steuerungsvarianten für Ihr Objekt in Frage kommen, sehen Sie in der Übersicht der von uns gelieferten Produkte für Fenster, Türen und Sonnenschutz.
Ein häufiger Kompromiss in Einfamilienhäusern: Z im Schlafgeschoss, C im Erdgeschoss. Optisch ist das von der Straße aus kaum zu unterscheiden, solange Farbe und Führung einheitlich bleiben. Wer eine über alle Geschosse absolut identische Fassadenoptik will, muss sich dagegen für eine Bauform entscheiden – und sollte dann wissen, welchen Nachteil er in Kauf nimmt.
Bevor Sie ein Angebot unterschreiben, sollten diese Punkte schriftlich darin stehen:
Der letzte Punkt ist der, an dem Angebote regelmäßig unvergleichbar werden. Ein Raffstore-Preis ohne geklärte Elektrik ist ein halber Preis. Wenn Sie Ihre Situation – Fenstergrößen, Sturz, Himmelsrichtung und Nutzung der Räume – zusammenstellen, können wir Ihnen die passende Behangvariante beschaffen, liefern und montieren; für die Aufnahme Ihrer Maße und Anforderungen genügt eine unverbindliche Anfrage mit Ihren Projektdaten.
C oder Z ist keine Qualitätsfrage, sondern eine Nutzungsfrage. Die C-Lamelle ist das Werkzeug für Tageslicht: fein dosierbar, filigran, mit Blick nach draußen. Die Z-Lamelle ist das Werkzeug für Ruhe und Dunkelheit: geschlossener, windstabiler, aber gröber in der Lichtführung. Beide Bauformen haben dieselbe systembedingte Grenze – Restlicht an Schiene und Kasten; auch spezielle Abdunkelungsausführungen verschieben diese Grenze nur, sie heben sie nicht auf. Wer beides gleichzeitig verlangt, wird von jedem System enttäuscht. Wer die Entscheidung dagegen raumweise trifft und sie im Angebot festschreiben lässt, bekommt genau das, was er sich unter dem Wort Raffstore vorgestellt hat.