Stand der Förderhinweise: 17. Juli 2026. Angaben zu den Änderungen ab 21. Juli 2026 beruhen auf den bis zu diesem Stichtag veröffentlichten offiziellen Eckpunkten und Übergangshinweisen. Für den Antrag sind ausschließlich die dann geltende Richtlinie und die aktuellen Merkblätter von BAFA beziehungsweise KfW verbindlich.
Entscheidend ist: Der Uf-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient des Rahmens in W/(m²K) – also wie viel Wärme pro Quadratmeter Rahmenfläche und Grad Temperaturunterschied verloren geht. Je niedriger, desto besser. Der Uw-Wert des fertigen Fensters ist kein eigenständiger Messwert, sondern ein flächengewichteter Mittelwert aus drei Bausteinen: Glas (Ug), Rahmen (Uf) und Randverbund (Ψg, „Psi-Wert“ des Glasabstandhalters). Weil moderne Dreifachverglasung inzwischen bei Ug 0,5 bis 0,7 W/(m²K) liegt, der Rahmen aber je nach System und Variante typischerweise darüber, ist der Rahmen heute regelmäßig das schwächste Glied. Bautiefe, Kammergeometrie, Material, Verstärkung, Dämmeinlagen, Dichtungs- und Ansichtsbreite wirken zusammen. Mehr Tiefe oder mehr Kammern allein garantiert keinen besseren Uf-Wert; maßgeblich ist der Wert für System, Variante und Bezugsbreite.
Berechnet wird der Uw-Wert nach DIN EN ISO 10077-1 (aktuelle Ausgabe: 2020-10). Vereinfacht lautet die Formel:
Uw = (Ag × Ug + Af × Uf + lg × Ψg) ÷ (Ag + Af)
Daraus folgt eine Konsequenz, die viele überrascht: Der Rahmen geht mit seinem Flächenanteil in die Rechnung ein. Beim Referenzfenster 1230 × 1480 mm nach EN 14351-1, auf das sich Prospektwerte üblicherweise beziehen, liegt der Rahmenanteil je nach Ansichtsbreite bei rund 30 % der Fensterfläche – das vereinfachte Tabellenverfahren der Norm rechnet ebenfalls mit 30 %. Bei einem kleinen Bad- oder Kellerfenster kann der Rahmenanteil auf 50 % und mehr steigen – dort schlägt ein schlechter Uf voll durch, und die beste Scheibe rettet den Uw nicht mehr. Umgekehrt gilt: Bei einer großen, ungeteilten Scheibe sinkt der Rahmenanteil deutlich, und der Uw nähert sich dem Ug an.
Eine Isolierglaseinheit ist physikalisch ein günstiger Fall: zwei bis drei Scheiben mit Low-E-Beschichtung auf ausgewählten Oberflächen, dazwischen ruhendes Edelgas, mehrere Zentimeter Aufbau, in dem in der Fläche keine durchgehende feste Brücke liegt – die Ausnahme ist der Randverbund, dazu unten mehr. Der Rahmen dagegen muss gleichzeitig tragen, dichten, Beschläge aufnehmen, Windlasten abführen und die Scheibe halten. Er ist ein durchgehendes Bauteil von außen nach innen – genau das, was man beim Dämmen eigentlich vermeiden will.
Die Lösungen unterscheiden sich je nach Material:
Allen Materialien gemeinsam ist, dass der Uf aus dem vollständigen Rahmenquerschnitt und seinem Bezugsmaß folgt. Größere Bautiefe kann helfen, ist aber nur eine von mehreren konstruktiven Stellgrößen.
Wichtig vorweg: Ein Uf-Wert gilt immer für ein konkretes System, eine konkrete Variante und eine konkrete Ansichtsbreite. Dieselbe Profilfamilie liefert bei breiterer Rahmenansicht andere Werte als bei schmaler. Wer Uf-Zahlen ohne diese drei Angaben vergleicht, vergleicht nichts. Zwei belastbare Beispiele:
| System / Variante | Bezug | Uf in W/(m²K) | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Schüco AWS 75.SI+ optimized (Aluminium) | Ansichtsbreite 117 mm | ab 0,94 | Bautiefe 75 mm; bei 178 mm Ansichtsbreite: ab 0,79 |
| Schüco AWS 90.SI+ optimized (Aluminium) | Ansichtsbreite 117 mm | ab 0,80 | Bautiefe 90 mm, also größer als beim AWS 75 |
Zwei Dinge lassen sich daran ablesen. Erstens: Der Sprung von 75 auf 90 mm Bautiefe bringt beim Rahmen bei gleicher Ansichtsbreite rund 0,14 W/(m²K) – spürbar, aber kein Quantensprung. Zweitens, und das ist der weniger bekannte Effekt: Dieselbe Profilfamilie wird mit breiterer Ansichtsbreite im Uf besser (0,94 → 0,79), weil sich die dämmende Isolierzone über eine größere Fläche verteilt. Für den Uw des fertigen Fensters ist das trotzdem kein Freifahrtschein – ein breiterer Rahmen frisst Glasfläche und erhöht den Rahmenanteil. Solche Zielkonflikte sind der Grund, warum man Uf nie isoliert betrachten darf. Wer sich für die konkreten Aluminium-Systemfamilien interessiert, findet die Einordnung auf unserer Seite zu Schüco Fenstersystemen.
Bei Kunststoff läuft dieselbe Logik über die Systemtiefe. VEKA Softline 76 hat 76 mm Bautiefe und nimmt Glasaufbauten bis 48 mm auf; Softline 82 hat 82 mm Bautiefe und schafft bis 54 mm Glas. Beide gibt es als AD-Variante (Anschlagdichtung, zwei Dichtungsebenen) und als MD-Variante (Mitteldichtung, drei Dichtungsebenen). Die größere Bautiefe verbessert nicht nur den Rahmen selbst – sie ist überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass ein dickes Dreifach-Paket mit weiten Scheibenzwischenräumen hineinpasst. Der Uf-Gewinn und der Ug-Gewinn hängen also zusammen.
Zwischen Rahmen und Scheibe sitzt der Abstandhalter. Ist er aus Aluminium, entsteht dort eine lineare Wärmebrücke, die im Ψg-Wert steckt. „Warme Kante“ (thermisch verbesserter Randverbund, z. B. aus Edelstahl oder Kunststoffverbund) senkt den Ψg deutlich; ob ein Abstandhalter diese Bezeichnung tragen darf, entscheidet ein Rechenkriterium der DIN EN ISO 10077-1 – ein Abstandhalter gilt als wärmetechnisch verbessert, wenn die Summe aus Materialdicke mal Wärmeleitfähigkeit, Σ(d × λ), den Wert 0,007 W/K nicht überschreitet – und nicht die Werbung. Die ift-Richtlinien WA-08/3 und WA-17/1 regeln ergänzend, wie die zugehörigen Psi- und Lambda-Werte ermittelt werden. In der Uw-Formel wirkt Ψg über die gesamte Scheibenrandlänge – und die ist bei vielen kleinen Feldern oder Sprossen im Glas riesig. Ein moderat geteiltes Fenster mit warmer Kante kann deshalb besser abschneiden als ein ungeteiltes Feld mit Alu-Abstandhalter – bei sehr vielen kleinen Feldern kippt der Vorteil jedoch, weil die Randlänge schneller wächst, als der bessere Ψg sie kompensiert. Praktisch heißt das: Fragen Sie nach dem Randverbund, nicht nur nach Ug und Uf.
Ein zusätzlicher Punkt, an dem Prospektwerte enden: Passivhaus-Kriterien werden häufig als feste Zahl zitiert, sind aber klimazonenabhängig. Der oft genannte Wert Uw,eingebaut ≤ 0,85 W/(m²K) gilt nur für die Klimazone „kühl-gemäßigt“ (Mitteleuropa) – das Passivhaus Institut zertifiziert in mehreren Zonen mit jeweils eigenen Schwellen, von arktisch bis warm. Wer ein Zertifikat braucht, prüft die Zone, nicht die Schlagzeile.
Uw ist ein rechnerischer Wert für das Fenster als isoliertes Bauteil – ohne den Anschluss an die Wand. Sobald das Element eingebaut ist, kommt der Einbau-Ψ-Wert hinzu: Wärmebrücke am Anschluss, Lage in der Dämmebene, Ausbildung von Laibung und Brüstung. Ein hervorragendes Fenster in einer schlecht ausgebildeten Anschlussfuge liefert real schlechtere Werte als ein solides Fenster mit sauberem Anschluss. Das ist kein Detail am Rande: Der produktbezogene Uw-Wert selbst ändert sich durch den Einbau nicht. Für die energetische Bewertung des eingebauten Anschlusses wird die zusätzliche Wärmebrücke separat über den Anschluss-Ψ-Wert und den Umfang berücksichtigt; ihre Wirkung ist objekt- und detailabhängig.
Und ein Hinweis, der viel Ärger erspart: Ein Systemprofil ist noch kein Fenster. Uf-Werte stammen vom Systemgeber, die erklärten Eigenschaften des fertigen Elements verantwortet der Hersteller des Fensters. Erst dessen Angaben zählen, wenn es um Ihren Uw geht.
Der Uf-Wert erklärt, warum zwei Fenster mit identischer Scheibe unterschiedlich viel Wärme verlieren. Er ist keine Marketingzahl, sondern der Grund, weshalb Sie für Bautiefe bezahlen. Entscheidend ist aber nicht, den niedrigsten Uf zu kaufen, sondern den Rahmen zur Fenstergröße passend zu wählen: Bei kleinen Formaten lohnt der bessere Rahmen, bei großen Glasflächen investieren Sie das Geld sinnvoller in Verglasung, Randverbund und einen sauberen Einbau – der am Ende mehr bewegt als jede Bautiefenstufe.