Stand der Förderhinweise: 17. Juli 2026. Angaben zu den Änderungen ab 21. Juli 2026 beruhen auf den bis zu diesem Stichtag veröffentlichten offiziellen Eckpunkten und Übergangshinweisen. Für den Antrag sind ausschließlich die dann geltende Richtlinie und die aktuellen Merkblätter von BAFA beziehungsweise KfW verbindlich.
Wenn Sie drei Angebote mit Rehau, Salamander und Aluplast nebeneinanderlegen, vergleichen Sie in den seltensten Fällen die Profilmarken – Sie vergleichen drei unterschiedlich konfigurierte Fenster. Herstellerangaben verschiedener Systemfamilien sind nur dann vergleichbar, wenn Referenzaufbau, Abmessungen, Verglasung, Randverbund und Berechnungsmethode übereinstimmen. Aus ähnlicher Bautiefe oder Dichtungszahl folgt kein allgemein gültiger Abstand beim Uw des fertigen Elements. Diese Aussage gilt allerdings nur mit einer klaren Einschränkung: Sie bezieht sich auf Systeme derselben Klasse und derselben Dichtungsführung, verglichen anhand der jeweiligen Herstellerdatenblätter. Die konkreten Zahlen dazu stehen weiter unten. Was Ihre Angebote wirklich auseinandertreibt, sind vier andere Posten: die Bautiefe und Dichtungsführung des konkret angebotenen Systems, die Armierung im Rahmen, der Beschlag samt Sicherungspunkten und Bedienkomfort – und die Montage. Genau diese vier Positionen stehen in vielen Angeboten im Kleingedruckten oder überhaupt nicht drin. Dort müssen Sie nachfragen, nicht beim Markennamen.
Alle drei sind Systemgeber (Systemanbieter): Sie extrudieren Profile, entwickeln die Geometrie, definieren zulässige Verarbeitungswege und liefern die Profilstangen an Fensterbauer. Das fertige Fenster baut daraus ein Elementhersteller – und der ist es auch, der die Leistungserklärung (DoP) ausstellt und das CE-Zeichen anbringt. Diese Unterscheidung ist die wichtigste des ganzen Themas: Ein Profilsystem ist kein fertiges Fenster. Zwei Verarbeiter können aus derselben Rehau- oder Aluplast-Stange Elemente von deutlich unterschiedlicher Qualität bauen – je nach Schweißtechnik, Eckverbindung, Verglasungsklötzung, Beschlagwahl und Endkontrolle.
Praktisch heißt das: Die Frage „Rehau oder Aluplast?“ ist meist die falsche. Die richtige Frage lautet: „Welcher Elementhersteller baut das Fenster, welches System in welcher Variante, und welche Werte stehen in seiner DoP?“ Und dazu gleich ein Missverständnis ausgeräumt: Das CE-Zeichen samt Leistungserklärung ist eine Deklaration von Eigenschaften nach der EU-Bauproduktenverordnung – kein Gütesiegel und kein Premium-Nachweis. Zum Rechtsstand (Stand: 17. Juli 2026): Die neue Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 ist seit dem 8. Januar 2026 anwendbar und hat die frühere Verordnung (EU) Nr. 305/2011 grundsätzlich abgelöst; für Produkte, die – wie Fenster über die harmonisierte Norm EN 14351-1 – noch von einer unter der alten Verordnung erstellten Norm erfasst werden, gelten deren Regelungen zu Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung laut DIBt weiterhin. Für Sie als Käufer ändert das an der Kernaussage wenig: Praktisch jedes serienmäßig gefertigte Fenster hat eine DoP. Nur für echte Sonderanfertigungen nach Art. 5 lit. a) BauPVO kann sie im Einzelfall entfallen – gemeint ist ein einzeln, außerhalb der Serienfertigung auf konkrete Bestellung gefertigtes Produkt, das der für den sicheren Einbau verantwortliche Hersteller selbst in ein bestimmtes Bauwerk einbaut. Die Voraussetzungen dafür sind eng, werden fachlich kontrovers diskutiert, und ihre Prüfung liegt beim Hersteller. Interessant ist ohnehin nicht, dass es eine DoP gibt, sondern welche Werte darin stehen.
Alle drei Marken bespielen dieselben Marktsegmente, nur mit eigenen Familiennamen. Grob eingeordnet: Es gibt bei jedem Systemgeber eine Einstiegsklasse um 70 mm Bautiefe, eine Mittelklasse um 73-76 mm und eine Oberklasse ab etwa 80 mm bis über 90 mm. Rehau deckt die Oberklasse unter anderem mit Synego (80 mm Bautiefe, in der MD-Variante mit zwei Anschlag- und einer Mitteldichtung) und Geneo (86 mm, faserverstärktes Material RAU-FIPRO) ab, Salamander mit der bluEvolution-Reihe (unter anderem 73, 82 und 92 mm), Aluplast mit der Ideal-Familie (etwa Ideal 4000 mit 70 mm, Ideal 8000 mit 85 mm) und der energeto-Linie. Vergleichbar sind diese Systeme nur klassenweise – ein 70-mm-System der einen Marke gegen ein 82-mm-System der anderen zu stellen ist kein reiner Markenvergleich. Eine größere Bautiefe kann konstruktive Reserven schaffen, garantiert aber weder den besseren Uf- noch den besseren Uw-Wert in jeder Konfiguration.
Wie eng die Systemgeber innerhalb einer Klasse tatsächlich beieinanderliegen, zeigt ein Blick in die Datenblätter der Oberklasse mit Mitteldichtung: Rehau nennt für Synego (80 mm, MD) einen Uf von 0,94 W/(m²K), Salamander für bluEvolution 82 einen Uf von 0,99 W/(m²K), Aluplast für die 8000er-Linie (85 mm) rund 1,0 W/(m²K). Das sind Herstellerangaben zum jeweiligen Referenzaufbau, keine Werte aus einem gemeinsamen Vergleichstest – und die Bautiefen sind mit 80, 82 und 85 mm auch nicht identisch. Der Rahmen trägt den Uw eines Fensters ohnehin nur anteilig: Aus rund 0,05 bis 0,06 W/(m²K) Unterschied im Uf werden am fertigen Element je nach Größe und Teilung ungefähr ein bis drei Hundertstel im Uw. Genau das ist gemeint, wenn hier steht, die Marke entscheide nicht – diese Differenz verschwindet hinter jeder Entscheidung über Glasaufbau, Dichtungsebene oder Montage.
Der zweite Punkt ist die Dichtungsführung. Anschlag- und Mitteldichtung sind unterschiedliche konstruktive Konzepte. Welche Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und Schalldämmung erreicht werden, zeigen nur die deklarierten beziehungsweise geprüften Werte des konkreten Elements; die Zahl der Dichtungen allein beweist keine Leistungsklasse. Wie stark er ausfällt, hängt vom konkreten System ab. Ein belastbares Beispiel aus einem anderen Haus zeigt die Größenordnung solcher Systemabstufungen: Bei VEKA Softline gibt es 76 und 82 mm jeweils als AD- und MD-Variante, mit maximaler Glasdicke von 48 mm (76 mm Bautiefe) beziehungsweise 54 mm (82 mm Bautiefe). Solche Zahlen sind systemspezifisch – übertragen Sie sie nicht auf Rehau, Salamander oder Aluplast, sondern lassen Sie sich für Ihr konkretes System das Datenblatt geben.
In Rahmen und Flügel steckt eine Aussteifung – klassisch ein verzinkter Stahl, in modernen Konzepten teilweise ersetzt durch Klebetechnik, Faserverstärkung oder eine geänderte Kammergeometrie. Aluplast fährt mit energeto eine Linie, die auf verklebte Scheiben (bonding inside) und glasfaserverstärkte Verstärkungen (powerdur) setzt und damit für gängige Fenstergrößen ohne Stahl auskommt; Rehau bietet mit Geneo ein faserverstärktes Material an. Der Punkt für Sie als Käufer: Die Armierung ist der Posten, den ein Verarbeiter am leichtesten „optimieren“ kann, ohne dass Sie es je sehen. Ein zu schwach oder gar nicht armiertes großes Element neigt bei dunkler Folie und Südlage zum Verzug – und umgekehrt kostet die Wärmebrücke Stahl Uf.
Deshalb: Fragen Sie schriftlich nach der Armierung je Element (nicht pauschal), insbesondere bei dunklen Farben, großen Flügeln und Hebe-Schiebe-Elementen. Wenn drei Angebote hier auseinanderliegen, erklärt das oft mehr Preisdifferenz als die Marke auf dem Aufkleber.
Den Beschlag wählt nicht der Systemgeber, sondern der Elementhersteller – und er greift dabei in aller Regel auf dieselben Zulieferer zurück: Roto, Siegenia, Winkhaus, Maco. Das heißt: Der Beschlag ist weitgehend unabhängig von der Profilmarke und damit einer der ehrlichsten Vergleichspunkte zwischen Ihren Angeboten. Relevant sind: Anzahl und Art der Sicherungspunkte (Pilzkopf statt Rollzapfen), abschließbarer Griff, Fehlbedienungssperre, Anbohrschutz, Öffnungsbegrenzer.
Damit verbunden ein häufig verkaufter Irrtum: Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 (RC1N bis RC6) ist eine Eigenschaft des kompletten, als Ganzes geprüften Elements – Rahmen, Flügel, Verglasung, Beschlag, Schloss – einschließlich der vorgeschriebenen, anleitungskonformen Befestigung im Baukörper. Es gibt kein „RC2-Profil“, keinen „RC2-Pilzkopf“ und keine „RC2-Scheibe“. Wer Ihnen Pilzkopfzapfen anbietet und daraus RC2 macht, verkauft eine Eigenschaft, die er so nicht nachweisen kann. Auch die Glasklassen P4A/P5A nach EN 356 sind etwas anderes: Sie beschreiben die Durchwurfhemmung der Scheibe, nicht die Widerstandsklasse des Fensters.
| Merkmal | Markenabhängig? | Preiswirkung | Was Sie abfragen sollten |
|---|---|---|---|
| Profilmarke / Logo | – | gering | nichts – allein nicht vergleichsentscheidend |
| Bautiefe (mm) | nein (Klassenfrage) | mittel | exakte Bautiefe + Systemname + Variante |
| Dichtungsebenen (AD/MD) | nein | mittel | zwei oder drei Ebenen? Mitteldichtung ja/nein |
| Armierung | teilweise | hoch | Art der Aussteifung je Element, v. a. dunkle Folien |
| Beschlag | nein | hoch | Hersteller, Sicherungspunkte, abschließbarer Griff |
| Glasaufbau (Ug, g-Wert, Randverbund) | nein | hoch | Ug, g-Wert, 2- oder 3-fach, warme Kante |
| Montage | nein | sehr hoch | Befestigungsplan, Abdichtung innen/außen, Anschlussdetail |
Der Uw-Wert eines Fensters entsteht aus Uf (Rahmen), Ug (Glas), dem längenbezogenen Wärmedurchgang des Randverbunds und der Geometrie des Elements. Deshalb ist ein Uf immer nur zusammen mit System, Variante und Ansichtsbreite aussagekräftig. Zur Illustration aus dem Aluminiumbereich, wo die Systemgeber besonders transparent angeben: Für Schüco AWS 90.SI+ optimized wird ein Uf ab 0,80 W/(m²K) bei 117 mm Ansichtsbreite genannt – dieselbe Familie liefert bei anderer Ansichtsbreite andere Werte. Genau dieselbe Logik gilt bei Kunststoff: „Rehau hat 0,9x“ ist ohne Systemvariante und Ansichtsbreite keine überprüfbare Aussage – und auch die oben genannten Uf-Zahlen der drei Systemgeber sind nur so lange vergleichbar, wie Variante und Bezugsaufbau mitgeliefert werden.
Zweiter Fallstrick: Uw hängt von der Fenstergröße ab. Ein kleines Fenster hat anteilig mehr Rahmen und damit einen schlechteren Uw als ein großes Element mit identischem Aufbau. Wenn also Angebot A „Uw 0,90″ und Angebot B „Uw 0,95″ ausweist, prüfen Sie zuerst, ob beide sich auf dasselbe Referenzmaß beziehen. Ohne Bezugsmaß ist der Zahlenvergleich wertlos. Und der Passivhaus-Maßstab, der in Verkaufsgesprächen gern zitiert wird, ist ebenfalls kein Universalwert: Das Passivhaus Institut zertifiziert Fenster klimazonenabhängig – Uw,eingebaut ≤ 0,85 W/(m²K) gilt für die kühl-gemäßigte Zone (Mitteleuropa), nicht global.
Der beste Profilquerschnitt nützt nichts, wenn die Anschlussfuge nicht funktioniert. Maßstab ist der „Leitfaden zur Montage von Fenstern und Haustüren“ von ift Rosenheim und RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren. Wichtig zu wissen: Das ist ein Leitfaden, keine Norm – er bildet die anerkannten Regeln der Technik ab und verlangt eine planerische Entscheidung zum Anschlussdetail (Befestigung, Lastabtrag, Abdichtungsebenen, innen dichter als außen). „RAL-Montage“ als Werbe-Etikett ohne geplantes Anschlussdetail ist ein leeres Wort. Fragen Sie deshalb in allen drei Angeboten nach: Wie wird befestigt, wie wird innen und außen abgedichtet, und wer verantwortet das Detail? Welche Fenstersysteme wir liefern und in Deutschland montieren, finden Sie in unserer Übersicht der Fensterlösungen; die Systemwahl koordinieren wir dabei nach Ihrem Bauvorhaben, nicht nach Markenpräferenz.
Für die BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle liegt das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen bei 300 Euro brutto. Wichtig für Ihre Zeitplanung: Nach den am 17. Juli 2026 vorliegenden offiziellen Übergangshinweisen sollen für Anträge ab dem 21. Juli 2026 neue BEG-Bedingungen gelten; ab diesem Tag nehmen KfW und BAFA Anträge ausschließlich nach den neuen Regeln entgegen. Bei der steuerlichen Förderung nach § 35c EStG (ESanMV) gilt für Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren der Uw-Grenzwert 0,95 W/(m²K); die ESanMV kennt jedoch Ausnahmen mit 1,1 W/(m²K), unter anderem für barrierearme oder einbruchhemmende Fenster (mindestens RC2 nach DIN EN 1627) sowie für Sonderverglasungen. Prüfen Sie den aktuellen Stand immer direkt bei BAFA, KfW oder mit einem Energieberater – eine belastbare Aussage für Ihren Einzelfall kann nur dort getroffen werden. In keiner dieser Regelungen kommt eine Profilmarke vor: gefördert wird der nachgewiesene Wert am eingebauten Element.
Wenn diese sechs Punkte in allen drei Angeboten stehen, vergleichen Sie zum ersten Mal wirklich Vergleichbares – und stellen meist fest, dass das teuerste Angebot nicht das mit dem bekanntesten Profillogo ist, sondern das mit dem dickeren Beschlagpaket, der ordentlichen Armierung und der sauber beschriebenen Montage. Wenn Sie Ihre Auswahl auf dieser Grundlage konkretisieren möchten, können Sie bei uns ein Angebot mit vollständiger technischer Spezifikation anfordern – inklusive Systemvariante, Beschlagliste und Montagebeschreibung, damit Ihr Vergleich belastbar bleibt.