Stand der Förderhinweise: 17. Juli 2026. Angaben zu den Änderungen ab 21. Juli 2026 beruhen auf den bis zu diesem Stichtag veröffentlichten offiziellen Eckpunkten und Übergangshinweisen. Für den Antrag sind ausschließlich die dann geltende Richtlinie und die aktuellen Merkblätter von BAFA beziehungsweise KfW verbindlich.
Im Kern gilt: Die Zahlenreihe wird häufig von außen nach innen gelesen; diese Richtung muss jedoch im Angebot oder in der Glaszeichnung bestätigt sein. Alle Werte stehen in Millimetern. 4/16/4 heißt: 4 mm Glas außen, 16 mm Scheibenzwischenraum (SZR), 4 mm Glas innen – ein Zweifach-Isolierglas mit 24 mm Gesamtdicke. 6/18/4 ist derselbe Aufbau mit 6 mm Außenscheibe und 18 mm Zwischenraum, gesamt 28 mm. Ein Dreifachglas erkennen Sie an fünf Zahlen, zum Beispiel 4/16/4/16/4 (44 mm gesamt). Die Asymmetrie in 6/18/4 ist kein Verkäufertrick: Unterschiedlich dicke Scheiben verbessern in der Regel den Schallschutz. Was die Reihe dagegen nicht verrät – Beschichtung, Gasfüllung, Randverbund, Glasart – bestimmt den Ug-Wert und den Preis oft stärker als die Zahlen selbst.
In vielen deutschen Angeboten wird von der Wetterseite nach innen gelesen. Da Kurzangaben und Herstellerschemata abweichen können, sind Außenseite, Raumseite und Beschichtungspositionen ausdrücklich zu kennzeichnen. Ungerade Positionen (1., 3., 5.) sind Glas, gerade Positionen (2., 4.) sind Scheibenzwischenräume.
Sonderziffern tauchen auf, wenn Verbund-Sicherheitsglas (VSG) im Spiel ist. 33.1 bedeutet: zwei Scheiben à 3 mm mit einer PVB-Folie (0,38 mm) verbunden, nominell 6,38 mm dick. 44.2 steht analog für zwei 4-mm-Scheiben mit zwei Folienlagen (2 × 0,38 mm), nominell 8,76 mm. Die Ziffer hinter dem Punkt zählt also die Folienlagen, nicht die Millimeter. Ein Aufbau 33.1/16/4 ist damit ein Zweifachglas mit Verbundglas außen. Steht im Angebot ESG, ist Einscheiben-Sicherheitsglas (thermisch vorgespannt) gemeint – das ist eine Glasart, keine Dickenangabe, und ersetzt VSG nicht dort, wo eine Resttragfähigkeit gefordert ist.
Wenn zwei Scheiben exakt gleich dick sind, verhalten sie sich akustisch auch gleich. Jede Glasdicke hat eine sogenannte Grenz- oder Koinzidenzfrequenz, in deren Bereich die Scheibe für Schall besonders durchlässig wird; bei üblichen Floatglasdicken liegt sie im Kilohertz-Bereich (Faustwert: 4 mm rund 3.000 Hz, 8 mm rund 1.500 Hz) und wandert mit zunehmender Dicke nach unten. Sind beide Scheiben gleich dick, fallen diese Schwachstellen zusammen und verstärken sich. Macht man eine Scheibe dicker, liegen die Einbrüche auseinander – der Aufbau wird über das Frequenzspektrum gleichmäßiger.
Genau das ist der Grund für Reihen wie 6/18/4, 8/16/4 oder – beim Dreifachglas – 6/16/4/16/4. Ein größerer Zwischenraum wirkt zusätzlich als Feder-Masse-System und unterstützt den Effekt, weshalb Schallschutzaufbauten oft auch beim SZR aufstocken. Zwei Einschränkungen sind wichtig:
Manchmal hat die dickere Außenscheibe übrigens gar nichts mit Schall zu tun: große Formate, hohe Windlasten oder absturzsichernde Verglasungen können statisch eine dickere oder als VSG ausgeführte Scheibe erzwingen. Fragen Sie im Zweifel nach, welcher der beiden Gründe im Angebot der maßgebliche ist.
Der SZR ist kein Vakuum, sondern in der Regel mit Argon gefüllt. Das Gas leitet Wärme schlechter als Luft, beginnt aber ab einer bestimmten Spaltbreite zu zirkulieren – warme Luft steigt innen auf, fällt außen ab, und diese Konvektion transportiert genau die Wärme, die man einsparen wollte. Der optimale Scheibenzwischenraum hängt von Gasart, Füllgrad, Beschichtung, Scheibenzahl und Rechenrandbedingungen ab. Größer ist weder automatisch besser noch schlechter; der Glashersteller weist den Ug-Wert für den vollständigen Aufbau nach DIN EN 673 aus.
Deshalb ist 4/16/4 bei Zweifachglas ein sinnvoller Standard – und deshalb bringt 18 mm bei einem Zweifach-Argon-Aufbau gegenüber 16 mm keinen messbaren Ug-Gewinn: Der Wert bleibt praktisch gleich, schlechter wird er erst bei deutlich breiteren Spalten. Wer 6/18/4 anbietet, tut das wegen des Schallschutzes oder der Statik, nicht wegen des U-Werts. Wer Ihnen 18 mm beim Zweifachglas als „bessere Dämmung“ verkauft, argumentiert unsauber – beim Dreifachglas dagegen ist der breitere Spalt ein echtes Argument, sofern die Rahmen-Bautiefe es hergibt.
Die folgende Einordnung nennt übliche Herstellerangaben für den Ug-Wert (nach EN 673, senkrechter Einbau, Argonfüllung ca. 90 %). Sie sind orientierend – maßgeblich ist immer der Wert, den der Glas- bzw. Elementhersteller in seiner Leistungserklärung deklariert, denn er hängt von Beschichtung und Füllgrad ab.
| Aufbau | Art | Gesamtdicke | Ug typisch (Argon) | Wofür gedacht |
|---|---|---|---|---|
| 4/16/4 | 2-fach, 1 Beschichtung | 24 mm | ca. 1,1 W/(m²K) | Standard 2-fach, Bestand, Nebenräume |
| 6/18/4 | 2-fach, asymmetrisch | 28 mm | ca. 1,1 W/(m²K) | Schallschutz oder Statik, kein U-Wert-Vorteil ggü. 4/16/4 |
| 4/16/4/16/4 | 3-fach, 2 Beschichtungen | 44 mm | ca. 0,6 W/(m²K) | heutiger Regelfall im Neubau und bei Sanierung |
| 4/18/4/18/4 | 3-fach, breiter SZR | 48 mm | ca. 0,5 W/(m²K) | besserer Ug als 16 mm (ca. 0,1 W/(m²K)); nur mit ausreichender Rahmen-Bautiefe |
| 33.1/16/4 | 2-fach mit VSG außen | ca. 26,4 mm | ca. 1,1 W/(m²K) | Absturzsicherung, Verletzungsschutz, Schall |
Welche Ug-Werte ein Drei- oder Zweifachglas erreicht und ob Argon, Krypton oder eine andere Optimierung nötig ist, lässt sich nur aus der Berechnung beziehungsweise Deklaration des vollständigen Aufbaus ableiten. Beispielwerte eines einzelnen Systems dürfen nicht auf andere Beschichtungen und Abstände übertragen werden.
Hier wird es teuer. Zwei Angebote können beide „4/16/4/16/4″ schreiben und trotzdem völlig unterschiedliche Produkte meinen. Nicht in der Reihe enthalten sind:
Verlangen Sie diese vier Angaben schriftlich. Sie sind der eigentliche Unterschied zwischen zwei Angeboten, die auf dem Deckblatt gleich aussehen. Wenn Sie Ihre Anforderungen einmal sauber zusammenstellen wollen, bevor Sie Preise vergleichen, können Sie sie uns über die Seite Angebot anfragen übermitteln – wir beschaffen und koordinieren die Elemente dann anhand dieser Werte, nicht anhand einer Zahlenreihe.
Ein Angebot, das nur „Ug 0,5″ nennt, sagt wenig. Der Ug-Wert gilt für die Glasmitte. Für Ihre Heizkosten und für jede Förderfrage zählt der Uw-Wert des gesamten Fensters: er rechnet Glas (Ug), Rahmen (Uf) und den Randverbund (Psi-Wert, multipliziert mit der Glasrandlänge) zusammen, bezogen auf die Elementfläche. Deshalb hat dasselbe Glas in einem kleinen Fenster mit viel Rahmenanteil einen schlechteren Uw-Wert als in einem großen.
Rahmenwerte gehören dabei immer zu einem konkreten System und einer konkreten Ansichtsbreite – etwa Schüco AWS 90.SI+ optimized mit Uf ab 0,80 W/(m²K) bei 117 mm Ansichtsbreite, während AWS 75.SI+ optimized bei derselben Breite bei rund 0,94 W/(m²K) liegt. Ein Systemprofil ist außerdem noch kein fertiges Fenster: Wer die deklarierten Werte verantwortet, ist der Hersteller des Bauelements über seine Leistungserklärung. Die CE-Kennzeichnung mit DoP ist dabei eine Erklärung von Leistungseigenschaften – kein Qualitäts- oder Premiumsiegel.
Förderung (Stand: 17. Juli 2026): Für den Steuerbonus nach §35c EStG gilt für Fenster und Balkon-/Terrassentüren grundsätzlich Uw ≤ 0,95 W/(m²K); die ESanMV kennt Ausnahmen mit 1,1 W/(m²K), unter anderem für barrierearme oder einbruchhemmende Elemente (mind. RC2 nach DIN EN 1627) sowie für Sonderverglasungen. Bei der BEG-Förderung über die BAFA liegt das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen bei 300 Euro brutto, und nach den am 17. Juli 2026 vorliegenden offiziellen Übergangshinweisen sollen für Anträge ab dem 21. Juli 2026 neue BEG-Bedingungen gelten. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor Antragstellung bei BAFA bzw. KfW selbst – die Anforderungen ändern sich, und Ihr Einzelfall gehört in eine Energieberatung, nicht in einen Blogbeitrag.
Sicherheit: Widerstandsklassen nach EN 1627 (RC2, RC3) gelten für das komplette geprüfte Element aus Rahmen, Flügel, Verglasung, Beschlag und Schloss – einschließlich fachgerechter Montage. Eine Glasangabe wie P4A oder P5A stammt aus EN 356 und beschreibt nur die durchwurfhemmende Scheibe. „P4A-Glas“ ergibt also noch kein RC2-Fenster.
Passivhaus: Die oft zitierte Anforderung Uw,eingebaut ≤ 0,85 W/(m²K) ist klimaabhängig und gilt für die Zone „kühl-gemäßigt“. In anderen Klimazonen zertifiziert das Passivhaus Institut mit anderen Schwellen.
Montage: Der beste Aufbau nützt nichts, wenn die Bauanschlussfuge nicht stimmt. Der „Leitfaden zur Montage von Fenstern und Haustüren“ von ift Rosenheim und RAL-Gütegemeinschaft ist keine Norm, sondern gibt die anerkannten Regeln der Technik wieder – und verlangt eine Planung des Anschlusses, nicht nur ein Kürzel im Angebot. Verlangen Sie diese Planung, bevor Sie über Millimeter im Glas diskutieren.
Erst wenn diese Punkte auf beiden Angeboten stehen, vergleichen Sie tatsächlich dasselbe. Alles davor ist ein Vergleich von Endsummen, deren Inhalt niemand kennt.