Für ein elektrisches Einfahrtstor mit Antrieb, Fundament und Stromanschluss liegt die Gesamtsumme bei einem üblichen Einfamilienhaus-Grundstück deutlich über dem Katalogpreis des Tores — in der Größenordnung des Zwei- bis Dreifachen. Das reine Tor macht je nach Ausführung oft nur 35 bis 50 Prozent der Endsumme aus. Der Rest verteilt sich auf vier Blöcke: Erdarbeiten und Fundament, Elektroinstallation samt Zuleitung und Leerrohr, Antrieb mit Steuerung und Sicherheitstechnik sowie Montage und Inbetriebnahme.
Genau diese vier Blöcke sind es, die Angebote unvergleichbar machen. Ein Anbieter kalkuliert das Fundament mit, der zweite setzt „bauseits“ darunter, der dritte erwähnt es nicht — und plötzlich sieht das teuerste Angebot am günstigsten aus. Wer die Positionen kennt, kann jedes Angebot in dieselbe Struktur übersetzen und dann erst vergleichen.
Die folgenden Werte sind Orientierungswerte für eine klar definierte Referenzkonfiguration, keine Preiszusage. Referenzfall: freitragendes Schiebetor, lichte Durchfahrt 4,00 m, Höhe rund 1,60 m, Rahmen aus feuerverzinktem Stahl oder Aluminium mit Pulverbeschichtung, ebenes Grundstück ohne Fels und ohne Grundwasserproblematik, Zuleitung aus einem rund 20 m entfernten Verteiler. Alle Beträge brutto inkl. 19 % Umsatzsteuer. Stand: Juli 2026. Verbindlich ist ausschließlich ein Angebot nach Aufmaß vor Ort — Abweichungen nach oben und unten sind bei Erdarbeiten die Regel, nicht die Ausnahme.
| Position | Orientierung (brutto) | Was den Wert treibt |
|---|---|---|
| Tor (Rahmen, Füllung, Laufwerk) | ca. 2.500 – 6.000 € | Breite, Material, Füllungsdichte, Sonderfarbe, freitragend statt bodengeführt |
| Antrieb inkl. Steuerung | ca. 500 – 1.500 € | Torgewicht, Zyklenzahl, 230 V oder 24 V, Notstrom- bzw. Akkuoption |
| Sicherheits- und Bedienelemente | ca. 200 – 700 € | Lichtschranken (Anzahl), Warnleuchte, Schlüsseltaster, Handsender, Codetaster |
| Erdarbeiten und Fundament | ca. 1.500 – 4.000 € | Frosttiefe, Bodenklasse, Aushubentsorgung, Wiederherstellung des Belags |
| Elektro: Leerrohr, Kabel, Zuleitung | ca. 500 – 2.000 € | Grabenlänge, Untergrund, Absicherung im Verteiler, Anzahl Steuerleitungen |
| Montage, Einstellung, Inbetriebnahme | ca. 800 – 2.000 € | Zugänglichkeit, Ausrichtaufwand, Kraftmessung und Dokumentation |
Rechnet man die Spannen zusammen, liegt der Referenzfall grob zwischen 6.000 und 16.000 Euro brutto: Bei einfachem Untergrund, kurzer Zuleitung und schlichter Ausführung landet man im mittleren vierstelligen Bereich, bei aufwendigem Boden, langer Zuleitung oder gehobener Ausführung im unteren fünfstelligen Bereich. Wer eine belastbare Zahl für das eigene Grundstück braucht, kommt an einer Aufnahme vor Ort nicht vorbei — ein unverbindliches Angebot nach Aufmaß ist bei Erdarbeiten der einzige Weg, die Spanne zu schließen.
Ein freitragendes Schiebetor hängt im Betrieb an zwei Laufwagen, die auf einem Fundament stehen. Dieses Fundament trägt nicht nur das Torgewicht, sondern nimmt auch die Kippmomente auf, die entstehen, wenn das Tor zur Hälfte über die Durchfahrt ausgefahren ist. Es muss tragfähig und gegen Frosthebungen geplant werden. Die erforderliche Gründungstiefe ergibt sich aus örtlichem Klima, Boden, Statik und Systemvorgaben; etwa 0,80 m ist nur eine regional verbreitete Orientierung, kein universeller DIN-Mindestwert. Maßgeblich sind im Zweifel das Bodengutachten und die Auskunft des örtlichen Bauamts. Hebt sich das Fundament im ersten Winter auch nur wenige Millimeter, verkantet das Laufwerk, der Antrieb läuft gegen Widerstand und schaltet ab. Das ist ein häufiger Grund, warum ein Tor nach der ersten Frostperiode „plötzlich“ nicht mehr sauber läuft.
Die Fundamentgröße richtet sich nach der Vorgabe des Torherstellers und nach dem Antriebstyp; Länge, Breite und Bewehrung stehen in dessen Einbauanleitung und sind kein freier Gestaltungsspielraum. Kostentreiber sind selten der Beton, sondern der Aushub, dessen Entsorgung, vorhandene Leitungen im Boden und die Wiederherstellung von Pflaster oder Rasen. Bei einem Flügeltor entfällt das große Laufwerksfundament, dafür brauchen beide Pfosten je ein tragfähiges Einzelfundament — plus, bei Unterflurantrieben, eine wasserdicht ausgeführte Antriebswanne mit Entwässerung.
Der Antrieb braucht eine dauerhafte 230-V-Zuleitung mit eigener Absicherung. Für Arbeiten an der Hausinstallation gilt dabei § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV): Sie dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen ausgeführt werden. Der Anschluss im Verteiler ist damit kein Bereich für Eigenleistung, und ein nicht fachgerecht ausgeführter Anschluss kann im Schadenfall auch versicherungsrechtlich zum Problem werden. In das Leerrohr gehören sinnvollerweise mehr Adern, als heute gebraucht werden: Zusatzleitungen für Lichtschranken, Schlüsseltaster, Gegensprechanlage, Beleuchtung oder eine spätere Kamera. Das ist der billigste Zeitpunkt für Reserven — nach dem Pflastern kostet jede vergessene Leitung den zweiten Graben.
Praktisch relevant ist die Frage, ob die Zuleitung bauseits gestellt wird. Steht im Angebot „Zuleitung bauseits“, bedeutet das: Graben, Leerrohr, Kabel und Elektroanschluss sind nicht enthalten und kommen obendrauf. Genau an dieser Zeile entstehen die Preisunterschiede, die von außen wie Rabatte aussehen. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot explizit ab: Wer gräbt, wer verlegt das Leerrohr, wer schließt an, wer stellt den Belag wieder her?
Kraftbetätigte Tore unterliegen zwei Regelwerken zugleich: Als Bauprodukt werden sie über die Produktnorm EN 13241 in Verkehr gebracht (Leistungseigenschaften, CE-Kennzeichnung mit Leistungserklärung); als kraftbetätigte Anlage greifen zusätzlich die Anforderungen der Maschinenrichtlinie. Für die Nutzungssicherheit konkretisiert diese die DIN EN 12453 (aktuelle Ausgabe 2022-08): Sie regelt den Schutz an Quetsch-, Scher- und Einzugstellen sowie die zulässigen Schließkräfte, deren Grenzwerte in Anhang A der Norm stehen. Für Sie als Betreiber heißt das: Ein elektrisches Tor ohne wirksame Absicherung der Gefahrstellen ist kein sparsames Tor, sondern ein unfertiges. Lichtschranken, eine korrekt eingestellte Kraftbegrenzung und die Dokumentation der Übergabe gehören in den Lieferumfang und nicht in eine Optionsliste.
Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt. Erstens: Eine Lichtschranke ist meist zu wenig. Eine Absicherung schützt in der Regel nur die Hauptschließkante — die Nebenschließkante zwischen Torblatt und Pfosten oder der Einzugsbereich beim Schiebetor bleiben ungesichert, wenn dafür kein zweites Paar gesetzt ist. Zweitens: Die Notentriegelung will man kennen, bevor der Strom weg ist. Ohne Netzspannung steht das Tor, und wer die Entriegelung erst bei Regen im Dunkeln sucht, hat die Anleitung zu spät gelesen. Wo Fahrzeuge zwingend herausmüssen, ist eine Akku- oder Notstromoption keine Spielerei.
Die Torart verschiebt die Positionen, nicht nur den Preis. Ein freitragendes Schiebetor braucht seitlich die volle Durchfahrtsbreite plus Gegengewicht als Freiraum und ein langes, aufwendiges Fundament — dafür ist es unempfindlich gegen ein Gefälle in Durchfahrtsrichtung, solange die seitliche Laufstrecke selbst eben ausgeführt ist, und funktioniert auch dort, wo direkt hinter dem Tor geparkt wird.
Ein Flügeltor ist beim Torblatt und beim Fundament oft günstiger, stellt dafür zwei Bedingungen an das Grundstück. Erstens braucht es den Schwenkbereich frei. Zweitens verträgt es Steigung im Schwenkbereich nur begrenzt: Mit steigenden Bändern (Hebebändern) lassen sich je nach System etwa 10 %, in Sonderfällen bis 15 % Längsgefälle ausgleichen — Beschlag und Antrieb müssen dann allerdings zueinander passen, denn nicht jeder Antrieb arbeitet mit einem Hebeband zusammen, und diese Kombination kostet extra. Reicht der mögliche Ausgleich nicht aus, setzt der Flügel im Boden auf und die Einfahrt muss abgegraben und neu profiliert werden — genau dann wird die vermeintlich günstigere Lösung zur teureren. Klären Sie das Gefälle deshalb vor der Entscheidung für die Torart, nicht danach.
Bodengeführte Schiebetore mit Bodenschiene sind eine dritte Variante: günstiger im Fundament, aber die Schiene muss frei von Laub, Kies und Eis bleiben. In Regionen mit echtem Winter ist das ein täglicher Komfortverlust, der sich nicht wegkalkulieren lässt.
Übertragen Sie jedes Angebot in dieselbe Struktur und haken Sie die folgenden Punkte einzeln ab:
Wenn zwei Angebote nach dieser Übersetzung immer noch weit auseinanderliegen, ist der Unterschied echt — und dann lohnt die Frage, welche Position gestrichen wurde.
Ein elektrisches Einfahrtstor ist kein Katalogartikel, sondern ein kleines Bauprojekt mit Erdarbeiten, Elektroinstallation und Sicherheitstechnik. Wer nur den Torpreis vergleicht, vergleicht die kleinere Hälfte. Entscheidend sind Frosttiefe und Fundament, das Gefälle im Schwenk- oder Laufbereich, die Zuleitung samt Reserveadern im Leerrohr und eine Sicherheitstechnik, die nicht bei der ersten Lichtschranke aufhört. Planen Sie die Leerrohre großzügig, solange der Graben offen ist, und lassen Sie sich die Kraftbegrenzung bei der Übergabe zeigen.
DBFenster beschafft Tore, Antriebe und Zubehör, koordiniert die beteiligten Gewerke und montiert die Anlage vor Ort — die Arbeiten am Hausverteiler übernimmt dabei ein eingetragenes Elektro-Installationsunternehmen. Wenn Sie Ihre Situation vorab besprechen möchten — Grundstücksgefälle, vorhandene Leerrohre, Platz neben der Einfahrt —, erreichen Sie uns über das Kontaktformular oder telefonisch. Je genauer die Ausgangslage bekannt ist, desto schmaler wird die Spanne im Angebot.