Stand der Förderhinweise: 17. Juli 2026. Angaben zu den Änderungen ab 21. Juli 2026 beruhen auf den bis zu diesem Stichtag veröffentlichten offiziellen Eckpunkten und Übergangshinweisen. Für den Antrag sind ausschließlich die dann geltende Richtlinie und die aktuellen Merkblätter von BAFA beziehungsweise KfW verbindlich.
Dezentrale Lüftung kann als alternierendes Gerätepaar, als balanciertes Einzelgerät oder in anderen Systemkonzepten ausgeführt werden. Gerätezahl, Kernbohrungsmaß, Energieversorgung und Steuerung ergeben sich aus Lüftungskonzept und Herstellerunterlagen; 160 bis 200 mm und 230 V sind keine Universalwerte.
Alte Fenster mit müden Dichtungen und verzogenen Flügeln lüften permanent mit, ohne dass jemand etwas tut. Dieser Luftwechsel ist energetisch teuer, aber er trocknet die Wohnung. Wird die Fensterebene erneuert und fachgerecht angeschlossen, fällt er nahezu vollständig weg. Die Feuchtelast bleibt jedoch: Duschen, Kochen, Wäsche, Pflanzen und die Bewohner selbst geben täglich mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.
Diese Feuchte sucht sich die kälteste Oberfläche im Raum. Nach einem Fenstertausch ist das nicht mehr die Scheibe – die ist jetzt warm –, sondern die Wärmebrücke: Fensterlaibung, Deckenanschluss, Raumecke hinter dem Schrank an der Außenwand. Dort schlägt sich Kondensat nieder, und wo Kondensat länger steht, wächst Schimmel. Der häufige Vorwurf „seit den neuen Fenstern habe ich Schimmel“ beschreibt insofern einen realen Zusammenhang, benennt aber die falsche Ursache: Nicht das Fenster ist schlecht, sondern der Feuchtehaushalt des Raums ist ohne Ersatz für den verlorenen Luftwechsel nicht mehr im Gleichgewicht.
Deshalb sieht die Technik ein Lüftungskonzept vor. Die DIN 1946-6 beschreibt das Verfahren: Werden im Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht, ist zu prüfen, ob der Feuchteschutz nutzerunabhängig sichergestellt ist – also auch dann, wenn niemand ans Fensteröffnen denkt oder tagsüber niemand zu Hause ist. Wichtig zur Einordnung: Die DIN 1946-6 ist eine Norm, keine unmittelbar geltende Rechtsvorschrift; sie gilt als anerkannte Regel der Technik und wird im Streitfall als Maßstab herangezogen. Ihr Ergebnis kann auch lauten, dass keine Anlage nötig ist – dann haben Sie diese Aussage wenigstens schriftlich.
Das gängige Prinzip ist der Pendellüfter, auch Push-Pull-Gerät genannt. In der Kernbohrung sitzt ein Ventilator hinter einem Wärmespeicher aus Keramik. Rund 60 bis 90 Sekunden lang bläst das Gerät verbrauchte Raumluft nach außen und lädt dabei die Keramik mit Wärme auf. Dann dreht der Ventilator die Richtung um und zieht Außenluft durch denselben, nun warmen Speicher ins Zimmer. Alternierende Pendellüfter werden häufig paarweise und gegenläufig betrieben. Daneben gibt es balancierte Einzelgeräte mit getrennten Luftwegen; die Betriebsweise ist produktspezifisch.
Wärmebereitstellungsgrad, Rückwärmezahl und Prüfbedingungen unterscheiden sich je Gerät und dürfen nicht gleichgesetzt werden. Für Planung und Förderung ist der im aktuellen Regelwerk geforderte, nach der dort genannten Methode ermittelte Produktkennwert maßgeblich.
Diese Werte stammen aus definierten Prüfbedingungen und sind eine technische Einordnung, kein Versprechen für Ihren Grundriss: Wie viel Wärme tatsächlich im Haus bleibt, hängt von Gerätepaarung, Volumenstrom, Windanfall an der Fassade und der Nutzung ab. Zwei Punkte sind im Bestand wichtiger als die letzte Nachkommastelle: Die Geräte brauchen Filter, die regelmäßig gereinigt oder getauscht werden – wer das nicht tut, betreibt eine teure Attrappe. Und sie machen ein Geräusch; achten Sie auf die Angaben zum Schalldruckpegel in der niedrigen Stufe, denn im Schlafzimmer läuft das Gerät nachts.
Die Bohrung ist kein Loch, sondern ein Bauteileingriff. Vor dem ersten Ansetzen sind mindestens diese Fragen zu klären:
Sauber gebohrt wird nass mit Absaugung. Das kostet Vorbereitung, verhindert aber, dass Bohrschlamm die neue Wandfarbe findet. Wenn die Fenster ohnehin ausgebaut sind, ist der Raum bereits geräumt – ein weiterer Grund, beides zu bündeln.
Kosten lassen sich nur aus einem objektspezifischen Angebot mit Gerät, Anzahl, Bohrung, Elektro-, Fassaden- und Folgearbeiten belastbar bestimmen. Die folgenden redaktionellen Spannen sind nicht als Marktpreis oder verbindliche Kalkulation zu verwenden.
| Kostenblock | Anhaltswert je Gerätepaar (brutto) | Wovon es abhängt |
|---|---|---|
| Geräte inkl. Innenblende, Wärmespeicher, Filter | ca. 900 – 2.000 € | Wärmebereitstellungsgrad, Schallwerte, Feuchte-/CO₂-Sensorik, Funk- oder Bus-Steuerung |
| Kernbohrung inkl. Nassbohrung und Absaugung | ca. 250 – 600 € | Wanddicke, Bewehrung, Klinker/WDVS, Zugang, Anzahl Bohrungen in einer Anfahrt |
| Elektro (Zuleitung, Anschluss) | ca. 200 – 600 € | Entfernung zum Verteiler, Aufputz oder Schlitz, Anzahl Kreise |
| Beiputz-, Maler- und Nebenarbeiten | ca. 100 – 400 € | entfällt weitgehend, wenn die Laibung wegen des Fenstertauschs ohnehin gemacht wird |
| Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 | ca. 150 – 500 € je Wohneinheit | Wohnungsgröße, Datenlage, ob mit energetischer Beratung gebündelt |
Der sichtbare Spareffekt der Bündelung liegt in der vierten Zeile – und in dem, was in keiner Zeile steht: die zweite Anfahrt, das zweite Gerüst, das zweite Mal Möbel rücken. Wenn Sie ohnehin über neue Fenster nachdenken, lohnt es sich, die Lüftung im selben Angebot für Ihr Bauvorhaben mit abfragen zu lassen, statt sie als späteres Extra einzuplanen.
Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind als Einzelmaßnahme der Anlagentechnik (außer Heizung) grundsätzlich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beim BAFA zuschussfähig; der Grundfördersatz liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Für den Fenstertausch selbst gilt derselbe Rahmen als Maßnahme an der Gebäudehülle. Wichtige Eckpunkte, Stand: 17. Juli 2026:
Alternativ kommt der Steuerbonus nach § 35c EStG in Betracht: für selbstgenutztes Wohneigentum, das bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre ist, insgesamt 20 Prozent der Aufwendungen verteilt über drei Jahre (7, 7 und 6 Prozent). Wichtig zum Verständnis der Obergrenze: Die 40.000 Euro je begünstigtes Objekt sind kein Kostenlimit, sondern der Höchstbetrag der Steuerermäßigung selbst; innerhalb der drei Jahre gelten zusätzlich Jahresgrenzen von 14.000, 14.000 und 12.000 Euro. Der Weg funktioniert ohne Antrag vorab, aber mit Fachunternehmerbescheinigung. Beide Wege sind für dieselbe Maßnahme nicht kombinierbar. Für den begleitenden Fenstertausch nennt die ESanMV als Verordnung zu § 35c EStG regelmäßig Uw ≤ 0,95 W/(m²K); für einzelne Sonderfälle – etwa barrierearme oder einbruchhemmende Elemente sowie bestimmte Sonderverglasungen – ist ein höherer Grenzwert von 1,1 W/(m²K) vorgesehen. Diese Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung; maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung der Verordnung und die Auskunft der offiziellen Stelle.
| Kriterium | Dezentral (Pendellüfter) | Zentral (Kanalnetz) |
|---|---|---|
| Eingriff im Bestand | Kernbohrungen in der Außenwand, keine Kanäle | Schächte, abgehängte Decken, Steigstränge |
| Sinnvoller Zeitpunkt | jederzeit möglich, am günstigsten beim Fenstertausch | Kernsanierung oder Neubau |
| Innenliegende Räume ohne Außenwand | nicht direkt versorgbar | planbar |
| Wartung | Filter je Gerät, für Bewohner zugänglich | zentrales Gerät, zusätzlich Kanalreinigung |
| Erweiterbarkeit | raumweise, in Etappen | nur als Gesamtkonzept |
Für die typische Bestandswohnung oder das bewohnte Einfamilienhaus, in dem die Fenster erneuert werden, ist die dezentrale Lösung fast immer der realistische Weg – schlicht, weil niemand für Lüftungskanäle die Decken öffnet. Innenliegende Bäder ohne Außenwand bleiben ein Sonderfall und werden häufig weiterhin über eine Abluftanlage gelöst.
Damit Lüftung und Fenstertausch tatsächlich ein Projekt werden und nicht zwei, bewährt sich diese Reihenfolge:
DBFenster liefert die Fenster und Türen, montiert sie und koordiniert die beteiligten Gewerke – Bohrung, Elektro, Beiputz – so, dass sie im richtigen Moment im Bauablauf stattfinden. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Wand eine Kernbohrung an der gewünschten Stelle zulässt oder ob die Reihenfolge zu Ihrem Förderzeitplan passt, ist ein kurzer Blick auf den Bestand meist schneller als jede Ferndiagnose: Schildern Sie uns Ihr Vorhaben über das Kontaktformular mit ein paar Fotos der Laibung, dann lässt sich einordnen, was in Ihrem Fall zusammen mit dem Fenstertausch machbar ist.
Der Kern bleibt einfach: Die Lüftung ist kein Zubehör zum Fenster, sondern die Kehrseite seiner Dichtheit. Wer sie mitdenkt, während die Öffnung ohnehin offen ist, zahlt einmal für Staub, Anfahrt und Gerüst statt zweimal.