Stand der Förderhinweise: 17. Juli 2026. Angaben zu den Änderungen ab 21. Juli 2026 beruhen auf den bis zu diesem Stichtag veröffentlichten offiziellen Eckpunkten und Übergangshinweisen. Für den Antrag sind ausschließlich die dann geltende Richtlinie und die aktuellen Merkblätter von BAFA beziehungsweise KfW verbindlich.
Die Einordnung vorweg: Bei einem alten, eingemauerten Sturzkasten mit dünner Deckelplatte und Blindstock ist der Komplettersatz durch einen gedämmten Aufsatz- oder Vorbaukasten in der Regel der einzige Weg, der Wärmebrücke und Luftleck gleichzeitig beseitigt – und er ist wirtschaftlich nur sinnvoll, wenn er zusammen mit dem Fenstertausch passiert. Ist die Kastenschale konstruktiv intakt und ausreichend tief, kann eine Innendämmung plus konsequente Luftdichtung (Revisionsdeckel, Gurtdurchführung, Anschlussfuge) eine vertretbare Kompromisslösung sein. Was fast nie funktioniert: dämmen, ohne abzudichten. Dann kühlen Sie die Kastenschale weiter aus, während weiterhin feuchte Raumluft durchströmt – und machen die Sache schlimmer als vorher. Welcher der drei Wege für Sie gilt, entscheidet sich nach dem Öffnen des Kastens, nicht am Telefon.
Viele ältere Rollladenkästen weisen wegen geringer Dämmung, undichter Anschlüsse und funktionsbedingter Öffnungen energetische Schwachstellen auf. Der tatsächliche Zustand ist jedoch am geöffneten Kasten zu beurteilen. Häufig treffen drei Punkte zusammen:
Die DIN 4108-2 fordert für die Vermeidung von Schimmel an Wärmebrücken einen Temperaturfaktor fRsi von mindestens 0,70 an der ungünstigsten Stelle – unter den Randbedingungen der Norm (20 °C innen, −5 °C außen) entspricht das einer Innenoberflächentemperatur von mindestens 12,6 °C, weil dort die relative Feuchte an der Oberfläche 80 % erreicht. Alte Kästen erreichen diesen Wert oft nicht – und nach dem Fenstertausch wird es rechnerisch nicht besser, sondern die Feuchte sucht sich den verbliebenen kalten Punkt. Das ist kein Fensterfehler, sondern eine Umverteilung: Vorher kondensierte die Feuchte am undichten alten Fenster, jetzt am Kasten.
Ohne diese Feststellung ist jede Kostenaussage geraten. Öffnen Sie den Revisionsdeckel (Rollladen ganz herunterlassen, Gurt entlasten) und schauen Sie hinein. Vier Typen kommen im Bestand vor:
Prüfen Sie beim Öffnen zusätzlich: Wie viel freie Tiefe ist neben dem Panzer noch da (Dämmung braucht Platz, ohne dass der Panzer schleift)? Ist die Kastenschale rissfrei? Riecht es muffig, ist Holz verfärbt, ist die Rückwand feucht? Feuchte Innenflächen sind ein Stoppsignal – dann ist eine reine Dämmung von innen die falsche Antwort.
Der klassische Nachrüstweg: Dämmplatten aus EPS, PUR oder Mineralwolle-Formteilen werden in den geöffneten Kasten geklebt, ergänzt um einen gedämmten Revisionsdeckel. Das ist die günstigste Maßnahme und pro Fenster vergleichsweise schnell erledigt.
Realistisch ist aber auch, was das nicht leistet. Die Dämmstärke ist durch den Panzer begrenzt – oft bleiben nur wenige Zentimeter, und an der entscheidenden Stelle, dem Panzeraustritt nach außen, lässt sich gar nicht dämmen. Die Wärmebrücke wird also reduziert, nicht beseitigt. Ein zweiter Punkt wird gern übersehen: Wenn Sie die Innenseite dämmen, wird die Kastenschale kälter. Strömt dann weiter feuchte Raumluft ein, kondensiert sie künftig hinter der Dämmung, wo Sie es nicht sehen. Innendämmung im Rollladenkasten ist deshalb nur zusammen mit Weg 2 zu denken – nie allein.
Die Leitidee für die Anschlussfuge lautet: innen dichter als außen – innen luftdicht, außen schlagregendicht und diffusionsoffener. DIN 4108-7 (Luftdichtheit von Gebäuden) verlangt eine durchgängige, planmäßig ausgeführte Luftdichtheitsebene und fordert gesonderte Maßnahmen an Stößen, Anschlüssen und Durchdringungen. Funktionsbedingte Öffnungen wie die Gurtdurchführung am Rollladenkasten klammert die Norm in ihren Ausführungsbeispielen sogar ausdrücklich aus – die Lösung genau dieser Stelle bleibt also Planungsaufgabe vor Ort, und niemand nimmt sie Ihnen mit einem Normverweis ab. Konkret geht es im Rollladenkasten um drei Stellen:
Abdichten kostet wenig Material und viel Sorgfalt. Es ist die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung – und die einzige, die auch dann etwas bringt, wenn Sie den Kasten aus Denkmal- oder Kostengründen behalten müssen.
Beim kompletten Ersatz wird der alte Kasten (oder zumindest der Blindstock und die Innenschale) entfernt und durch einen werkseitig gedämmten Aufsatzkasten ersetzt, der als Einheit mit dem neuen Fensterelement geliefert wird. Alternativ kommt ein Vorbaukasten nach außen, was besonders bei einem geplanten Wärmedämmverbundsystem elegant ist, weil der Kasten dann in der Dämmebene verschwindet.
Der entscheidende Punkt ist der Zeitpunkt. Ein Aufsatzkasten ist kein Zubehör, das man später anschraubt – er bestimmt das Fenstermaß mit. Wird er nachträglich gewünscht, passt das bereits bestellte Fenster in der Regel nicht mehr. Deshalb gehört die Kastenentscheidung in dieselbe Aufmaßrunde wie die Wahl des Profilsystems und der Verglasung. Wenn Sie ohnehin gerade das passende Fenstersystem für Ihr Objekt auswählen, ist das der Moment, den Kasten mit auf den Tisch zu legen – nicht die Woche vor der Montage.
Die Grenze: Beim eingemauerten Sturzkasten ist der Rückbau ein Eingriff in den Sturzbereich. Ob der Kasten tragend mitwirkt, ob die Statik betroffen ist und wie tief zurückgebaut werden darf, muss vor Ort beurteilt werden – bei Unsicherheit von einem Statiker oder einem Fachbetrieb, der die Konstruktion öffnet und ansieht. Aus der Ferne lässt sich das nicht seriös sagen.
| Kriterium | Dämmen (innen) | Abdichten | Komplett ersetzen |
|---|---|---|---|
| Wärmebrücke | reduziert | kaum beeinflusst | weitgehend beseitigt |
| Luftdichtheit | nicht verbessert | deutlich verbessert | planbar, geplanter Anschluss |
| Schallschutz | gering | spürbar | am größten |
| Eingriff / Bauschmutz | minimal | minimal | erheblich (Sturzbereich, Putz, Laibung) |
| Relativer Kostenrahmen | gering | gering | hoch – im Fensterpreis aufgehoben |
| Sinnvoll wenn | Kasten trocken, Tiefe vorhanden | immer – auch ergänzend | Fenstertausch steht ohnehin an |
Bewusst ohne Euro-Beträge: Der Preis hängt an Kastentyp, Anzahl gleichartiger Öffnungen, Panzermaterial, Motorisierung, Putz- und Malerfolgearbeiten und der Frage, ob gerüstet werden muss. Eine Pauschalzahl pro Fenster wäre eine Zahl ohne Deckung. Belastbar wird es nach dem Aufmaß – ein Angebot mit geöffnetem Kasten und Fotos der Situation hat eine völlig andere Verbindlichkeit als eine Online-Schätzung.
Stand: Juli 2026 – vor Inkrafttreten der neuen BEG-Bedingungen am 21.07.2026. Die hier genannten Fördersätze und Schwellen beziehen sich auf die bis einschließlich 20.07.2026 geltende Fassung; für Anträge ab dem 21.07.2026 gelten die neuen Regeln. Bitte prüfen Sie den Stand tagesaktuell. Zwei Wege stehen für den Fenstertausch offen, und der Rollladenkasten spielt dabei eine größere Rolle, als viele denken:
Zum Kasten selbst – und hier wird oft zu vorsichtig beraten: Einen eigenen U-Wert-Grenzwert für Rollladenkästen kennen die technischen Mindestanforderungen der BEG EM nicht, und als eigenständige Maßnahme sind sie nicht förderfähig. Aufgeführt sind sie aber sehr wohl. Das BAFA/KfW-„Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen – Sanieren“ nennt unter der Maßnahme „Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster, Glasdächer, Außentüren, Vorhangfassaden und Tore“ (Nummer 2.4) ausdrücklich: „Einbau neuer bzw. Dämmung und Ertüchtigung von vorhandenen Rollladenkästen“. Dieselbe Position taucht unter „Außenwände“ (Nummer 2.1) auf. Kastenersatz und Kastendämmung gehören damit im Zuge des geförderten Fenstertauschs zu den förderfähigen Kosten der Hauptmaßnahme – sie sind gerade keine „Umfeldmaßnahme“ im Sinne von Nummer 8; das sind Baustelleneinrichtung, Rüstarbeiten und Gerüst, Entsorgung von Altanlagen sowie Wiederherstellungs-, Maler- und Putzarbeiten. Wer den Kasten also aus Sorge um die Förderfähigkeit weglässt, verschenkt etwas, das ihm zusteht.
Enthält der iSFP oder die Technische Projektbeschreibung einen konkreten Zielwert oder eine bestimmte Ausführung für den Rollladenkasten, ist diese Vorgabe mit der Energieeffizienz-Expertin beziehungsweise dem Energieeffizienz-Experten und den aktuellen Förderunterlagen abzugleichen. Ein häufig genannter Wert von 0,6 W/(m²K) ist keine allgemeine Auszahlungsvoraussetzung für jeden geförderten Fenstertausch.
Damit die Entscheidung nicht zum Zufall wird, hat sich diese Abfolge bewährt:
DBFenster beschafft und liefert die Fensterelemente inklusive passender Aufsatz- oder Vorbaukästen, koordiniert die Gewerke und montiert vor Ort – auch dann, wenn die Elemente über einen Anbieter bezogen werden: ein Preisvorteil muss anhand des konkreten Angebots und Leistungsumfangs belegt werden, montiert wird in Deutschland fachgerecht nach den anerkannten Regeln der Technik. Wenn Sie unsicher sind, welche der drei Varianten bei Ihrem Kasten trägt: Öffnen Sie ihn, fotografieren Sie ihn, und lassen Sie die Situation vor dem Aufmaß beurteilen. Diese halbe Stunde ist die günstigste Position im ganzen Projekt.